Formel-1-Nachwuchsklasse GP2 Racing-Talent Daniel Abt: „Rennfahren ist mir zu wenig”

Daniel Abt, der unter anderem von Red Bull und der Deutsche Post gefördert wird, bei den testfahrten für das bayerische GP2-Team Hilmer Motorsport in Abu Dhabi. Foto: GP2 Series Media Service

Daniel Abt stammt aus einer Rennfahrerfamilie. Er fährt selber in der GP2-Serie, doch er ist auch Geschäftsführer einer Lifestyle-Linie. Nun testete der 20-Jährige Allgäuer für ein bayerisches Team den GP2-Boliden

 

AZ: Herr Abt, die Wüstensonne scheint Ihnen zu liegen. Am Wochenende fuhren Sie mit den Rängen neun und fünf die besten Ergebnisse ihrer Debüt-Saison in der höchsten Formel-1-Nachwuchsklasse GP2 beim Rennstall ART ein. Nun waren Sie bei den Testfahrten für das bayerische GP2-Team Hilmer Motorsport jeden Tag vorne mit dabei.

DANIEL ABT (20): Das tut sehr gut nach der letzten Saison. Ich hatte mir mein erstes Jahr in der GP2 sicherlich anders vorgestellt. Es war ein ziemliches Seuchenjahr. Das Auto lief nicht so gut, ich war nicht immer auf der Höhe, dann kam auch noch Pech dazu, letztens verlor ich einen Reifen, dann funktionierten die Boxenstopps nicht.

Dennoch hat Sie Franz Hilmer nun zu den Tests eingeladen. Er meinte gerade zu uns, dass er Sie unbedingt verpflichten wolle. Erleben wir nächstes Jahr einen bayerischen Fahrer in einem bayerischen Team in der GP2?

Das klingt natürlich toll. Ich habe mich hier im Team auf Anhieb wohl gefühlt – nicht nur, weil wir eine Sprache sprechen. Das Auto läuft auch gut. Mein Vertrag bei ART ist ausgelaufen, ich kann machen, was ich will. Ich werd’ mich nach den Tests mit meinem Leuten daheim unterhalten und dann schauen wir, was die beste Option für mich ist. Ich will nächstes Jahr regelmäßig in die Spitze fahren. Hilmer hat diese Saison schon bewiesen, dass sie Rennen gewinnen können.

Ihr Vater war Rennfahrer und ist Besitzer des Audi-Tuners und -Rennstalls Abt Sportsline. Ihr Onkel Christian war jahrelang in der DTM. Ihnen wird sogar eine Zukunft in der Formel 1 zugetraut. Gab es für Sie daheim eigentlich überhaupt die Option, es nicht mit der Rennfahrerei zu versuchen?

Wenn ich Ballett-Tänzer hätte werden wollen, wäre mein Vater wahrscheinlich nicht so glücklich gewesen (lacht). Aber sonst gab es überhaupt keinen Druck. Es hat mir halt gefallen und so schlecht war ich nicht. Also haben meine Eltern mich unterstützt.

Sie scheinen neben dem Rennfahrer-Gen auch das kaufmännische Geschick Ihrer Eltern geerbt zu haben, sind mit 20 schon Geschäftsführer der Event-Sparte von Abt.

Nach meinem Fach-Abi wollte ich neben der Rennfahrerei noch was anderes machen. Allein, damit das Hirn frisch bleibt. Rennfahren allein wäre mir im Moment zu wenig. Außerdem sitz’ ich ja nicht 24 Stunden am Tag hinterm Lenkrad. Noch lässt sich beides miteinander verbinden.

Sie werden wie Sebastian Vettel von Red Bull unterstützt. Ist Ihr Weg also vorgezeichnet?

Red Bull Deuschland sponsort mich seit ein paar Jahren, richtig. Das ist schon eine große Sache, aber ich bin – anders als Sebastian damals – nicht im Junior-Programm von Red Bull. Ich bin da unabhängiger.

Viele Rennfahrer ziehen in die Schweiz oder nach Monaco. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Nein, keine Angst. Ich bleib’ in Kempten. 

 

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