Formel 1 Der neue Red Bull: Höcker statt Hörner

Sebastian Vettels Neuer: Der RB8. Foto: dpa

Vettels neues Auto wirkt weniger plump als der neue Ferrari. Einen Namen hat der Bolide des Weltmeisters aber noch nicht

 

MILTON KEYNES Nun also auch die Bullen. Auch der Red Bull RB8, das Auto, mit dem Sebastian Vettel in der Formel 1 seinen Titel-Hattrick einfahren soll, hat seinem Boliden einen Höcker auf die Nase verpflanzt.


Doch anders als Ferrari, wo die Fahrzeugnase mit einem Hackebeil gestutzt worden zu sein scheint, hat der legendäre Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey sich eine etwas elegantere Lösung ausgedacht. Der regelwerksbedingte Bullen-Höcker wirkt wie mit einer Feile bearbeitet, hat abgerundete Ecken und zudem ein paar Luftlöcher. Dennoch: Der Bulle hat jetzt einen Höcker statt Hörner. „Wir haben mehr oder weniger die gleiche Chassisform beibehalten”, sagte Newey, „aber man musste die Nase tiefer legen, sodass wir eine etwas hässlich aussehende Nase haben. Wir haben versucht, das Aussehen so gut wie möglich zu stylen, aber man würde das Auto bei anderen Regeln natürlich nicht so designen.”


Doch Vettel hält sich mit solchen ästethischen Feinheiten gar nicht lange auf. Dem Heppenheimer ist nur wichtig, dass die Karre schnell ist. Und die Vorzeichen dafür stehen gut. Der RB8 ist eine Weiterentwicklung des letztjährigen Weltmeister-Boliden. „Ein paar Dinge haben sich geändert”, sagte Vettel, der sich im neuen Auto direkt zurechtfand: „Es ist nicht so, als müsste man die Gebrauchsanweisung 1:1 durchlesen.”


Einen Namen für sein neues Schätzchen hat er noch nicht gefunden. „Wir sind aber auf der Suche”, sagte er: „Jegliche Bewerbungen sind willkommen. Letztes Jahr haben wir erst am Mittwoch vor dem ersten Rennen den Namen festgelegt. Ich glaube, dieses Jahr sollten wir etwas früher dran sein.” In den vergangenen beiden Jahren hatten ihn „Luscious Liz” („Leckere Liz”) und „Kinky Kylie” („Scharfe Kylie”) zum Titel getragen.


Am Donnerstag wird Vettel sein neues Auto zum ersten Mal im spanischen Jerez testen. Die Jungfernfahrt am Dienstag überlässt er seinem Kollegen Marc Webber. Doch für Vettel ist ohnehin klar, wo das Jahr hinführen soll. „Es ist schön, rauszufahren und zu spüren, man hat wieder ordentlich Dampf unter der Haube”, sagte Vettel und schickte gleich auch einen spitzbübischen Gruß an Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der eine erneute Red-Bull-Dominanz befürchtet hat: „Ich hoffe, dass seine Befürchtungen eintreten, so Vettel.” 

 

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