Food-Startup "HANS" Mitten in Bayern: Zwei Hektar Hanf fürs Hirn

Kein Kiffer-Paradies sondern ökologische Landwirtschaft: Das Startup "Hans" produziert Hanf für Energieriegel. Foto: ho

In Euernbach bei Pfaffenhofen an der Ilm baut das Startup "Hans Brainfood" Hanf an. Die Idee: Energieriegel fürs Gehirn. Das sorgt für ziemlich kuriose Begegnungen am Feld.

München/Euernbach/Regensburg – Wer Hanf hört, denkt an Marihuana. Wer so ein riesiges Hanffeld, wie das von Landwirt Josef Coufal sieht, mitten im für strikteste Prohibition bekannten Bayern, der reibt sich verständlicherweise wohl erst einmal ungläubig die Augen.

Wenn man dem 20-Jährigen zuhört, müssen sich in diesem Sommer skurrile Szenen abgespielt haben an der zwei Hektar großen Plantage im beschaulichen Euernbach bei Pfaffenhofen an der Ilm. Neben Kiffern, die glaubten, den Jackpot geknackt zu haben, und schaulustigen Spaziergängern war der Besuch der Kriminalpolizei Ingolstadt das Highlight für den Landwirt.

Besuch am Hanffeld: Hippies und die Kripo

"Zuerst dachte ich, es sind schon wieder irgendwelche Hippies, die denken, man könnte den Hanf hier rauchen", sagt Coufal und schildert, wie er die beiden durch sein Feld schleichenden Männer verscheuchen wollte. Die zückten aber dann ihre Dienstausweise. Im Gegenzug hielt er ihnen seine Lizenz von der Bundesanstalt für Landschaft und Ernährung (BLE) unter die Nase.

Der Hanf der Sorte Finola ist von der EU zugelassen und enthält so wenig THC, dass man schon Kilos rauchen müsste um high zu werden. Vorher würde einen wohl aber eine Rauchvergiftung außer Gefecht setzen.

Josef Coufal produziert den Hanf für seinen Bruder Matthias. Und der hat es vor allem auf die Samen abgesehen. Denn Matthias Coufal ist Startup- Gründer und hat laut eigener Aussage den "ersten Hanf- Energieriegel fürs Gehirn" entwickelt.

Hans Brainfood startet Crowdfunding-Kampagne

"Bei Hanf denken alle immer nur ans Kiffen. Dabei hat die Pflanze so viel mehr drauf", sagt der 27-jährige Produktmanager eines Landmaschinenherstellers, als die AZ sich das Hanffeld anschaut. Auf die Idee für sein Produkt sei Coufal auf einer Dienstreise gekommen: "Unterwegs bekomme ich immer Hunger, doch meistens fehlt der passende Snack – und dann bleibt nur Junkfood. Auf der Suche fiel mir auf, dass die meisten gesunden Produkte auf die körperliche Fitness abzielen. Ich wollte mich aber konzentrieren können und keine hundert Kilo stemmen". Und da komme Hanf ins Spiel. Die Samen der Pflanze enthalten Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Magnesium, B-Vitamine und hochwertiges Protein und unterstützen so die Hirnleistung.

Mit seiner Firma "Hans Brainfood" (Hans steht für Hanfsamen) trifft Matthias Coufal, der inzwischen seine Freundin Isabella und Kumpel Jakob mit im Boot hat, offenbar einen Nerv. Für den Markteinstieg fehlt es aber noch an Kapital. Nach einem ersten und einem zweiten Platz bei Startup-Wettbewerben hat "Hans" nun eine Crowdfunding- Kampagne auf der Plattform startnext gestartet. Unterstützer können hier für die Finanzierung der ersten Charge Produkte vorbestellen und andere Gegenleistungen wie eine gemeinsame Hanfernte oder eine Kneipentour mit den Gründern erstehen.

In der Zwischenzeit hat Coufals Bruder den Hanf geerntet und es ist wieder etwas Ruhe in Euernbach eingekehrt. Sollte das Finanzierungsziel von 16.000 Euro geknackt werden, dürften kommenden Sommer dort aber noch ein paar mehr Pflanzen mit fingrigen Blättern wachsen.


www.startnext.com/hansbrainfood

 

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