Follower in vier Wochen verzehnfacht TSV 1860: Kauft sich Hasan Ismaik Facebook-Likes?

Erfreut sich auf Facebook plötzlich großer Beliebtheit: Löwen-Investor Hasan Ismaik Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Hat sich Hasan Ismaik Facebook-Likes gekauft? Die Seite des umstrittenen Investors hatte in den vergangenen Wochen einen absurden Anstieg an Followern zu verzeichnen. Das sagt der Jordanier zu den Vorwürfen.

 

München – Hat sich da jemand dubioser Mittel bedient? Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Anzahl der Facebook-Likes auf der Seite von Hasan Ismaik mehr als verzehnfacht. Mitte Dezember hatten noch knapp 15.000 User die Seite des polarisierenden Investors mit "Gefällt mir" markiert. Nun, knapp vier Wochen später, kommt "Ismaik1860" auf über 160.000 Likes. Auch der Twitter-Account des Jordaniers verzeichnete in diesem Zeitraum einen deutlichen Anstieg. Wie ist das möglich?

So hat sich die Anzahl der Likes auf der Seite von Hasan Ismaik in den vergangenen drei Monaten entwickelt.
Innerhalb der vergangenen drei Monate verzeichnete die Facebook-Seite von Hasan Ismaik einen massiven Anstieg an Followern. (Grafik: AZ, zum Zoomen auf das Bild klicken)

"Es ist schon enorm auffällig, dass jemand innerhalb von nur vier Wochen 100.000 Fans dazubekommt. Einen solchen Anstieg zu bekommen, ohne wirklich relevante Inhalte zu posten, ist sehr, sehr schwer machbar", sagt Andre Wolf von der Transparenz-Plattform "mimikama.at" gegenüber der AZ. Hat Ismaik also für die Likes bezahlt?

Ismaik folgen tausende Fake-Profile

Ein Blick auf die Profile, die dem Jordanier neuerdings folgen, legt diesen Verdacht zumindest nahe. "Es gibt viele junge Profile mit teils widersprüchlichen Profilbildern. Viele der Likes, die auf der Seite stattfinden, gehen von Profilen aus, die definitiv nicht aus Europa sind", sagt Wolf. Tatsächlich stammen die allermeisten Profile, die Ismaik in den vergangenen Wochen gefolgt sind, aus Afrika oder Südamerika. Viele von ihnen wurden erst in den letzen Tagen gegründet und geben Rätsel auf. Teilweise wurden innerhalb weniger Tage Geburtsorte verlegt oder das Geschlecht mehrmals geändert.

Die Möglichkeit, Likes zu kaufen, gibt es bereits seit mehreren Jahren. Häufig helfen Agenturen bei der Suche nach neuer Follower-Power. Im Ausland gibt es ganze Like-Farmen, die vorgeben, welcher Beitrag wann mit einem Daumen nach oben markiert werden soll. Die Kosten hängen dabei von der Relevanz und Glaubwürdigkeit der Profile ab: So kosten Likes aus Südostasien, Lateinamerika oder Afrika deutlich weniger als Likes von einem deutschen Account. Wer für Follower bezahlt, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Illegal ist das Vorgehen für Privatpersonen allerdings nicht.

Fake-Profile gekauft? Hasan Ismaik weicht aus

Wer sich Likes kauft, erhofft sich in der Regel eine höhere Reichweite und Glaubwürdigkeit - erreicht damit aber das genaue Gegenteil. "Likes von nicht relevanten Profilen haben überhaupt keine Aussagekraft. Dadurch kauft man sich sozusagen eine Scheinarmee, die aber überhaupt keine Relevanz darstellt. Wer das macht, tut sich am Ende auch selbst keinen Gefallen", sagt Wolf.

Angesprochen auf den Vorwurf der gekauften Likes weicht Ismaik aus. "Die Vermarktung meiner Seite wird direkt über das Tool von Facebook gesteuert. Wir wollen damit noch mehr Fans für 1860 generieren. Ich wünsche mir auch, dass 1860 noch mehr ein Auge auf die sozialen Medien wirft. Sie werden besonders im Fußball immer wichtiger", antwortet der Jordanier auf AZ-Anfrage. Dass die Löwen für Likes bezahlen, scheint aus vielerlei Hinsicht unwahrscheinlich.

 

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