Folk-Pop Wetterlage: meist sonnig - Jack Johnson im Circus Krone

Alte Hits zum Warmwerden und ein entspannter Umgang mit Textsicherheit: Jack Johnson. Foto: Inga Kjer / dpa

Jack Johnson zeigt im Circus Krone, dass man gerade mit einer unangestrengten Haltung zum netten Stimmungsaufheller wird.

 

Wer auf Hawaii geboren wurde, dort lebt und Alben aufnimmt, täglich auf den Wellen des Pazifiks und immer wieder auf eingängigen Soundwellen surft, der kann offenbar nicht anders, als durch und durch entspannt und auch noch eine ehrliche Haut zu sein.

Wenn ihr genau hingehört habt, meint Jack Johnson zu seinem Publikum, gerade, nachdem er und seine Band mit „Fortunate Fool“ die Herzfrequenz im Circus Krone auf Feierabendlevel heruntergefahren haben, dann habt ihr sicher gehört, dass ich dreimal den Text vergessen habe. „Also hört nicht so genau hin.“ Nett gesagt.

Und weiter geht's. Johnson hat und hatte sich wohl niemals wirklich zu beweisen, dass er eine große Nummer ist. Es ist gerade seine unangestrengte Haltung, die ihn zum Star macht, wenn auch seine größten Erfolge wohl schon hinter ihm liegen. Egal. Im grünen T-Shirt und in Jeans schlägt er auf seiner Akustik-Gitarre Akkorde an, deren Abfolge man als schlicht bezeichnen möchte und die doch unnachahmlich nach Johnson klingen.

Es ist gut gelaunter Folk, den er mit seinen Begleitern spielt, Merlo Podlewski am Bass, Adam Topol am Schlagzeug, Zach Gill an den Tasten, aber fast jeder Song hat dann noch seine eigene Färbung, hier ein Reggea-Beat, dort ein Blues-Riff. Wetterlage: meist sonnig.

Es überrascht dabei weder, wenn Merlo Podlewski zwischendurch rappt, noch, wenn Johnson die Hook-Line seiner neuen Single „I got you“ pfeift. Auf Hawaii dürften auch die Vögelchen glücklich sein. Johnsons sechstes Album „From Here to Now to You“ kommt erst in dieser Woche heraus, weshalb er beim Konzert von Beginn an alte Hits zum Warmwerden spielt, „Taylor“ oder „Sitting, waiting, wishing“, um in der Folge ein paar frische Songs einzustreuen, die sich ins Gesamtwerk nahtlos einfügen.

Ein Lied über seinen fantasiebegabten sechsjährigen Sohn ist dabei, „Radiate“, und natürlich nimmt Johnson das Wort auseinander, ra-diate, und beim zweiten Mal kann man mitsingen. Im ausverkauften Circus Krone sind Johnson und seine Band gut aufgehoben, klarer Klang, intime Atmosphäre, und während sich die zwei Stunden Konzert gegen Ende etwas dehnen, bleibt doch die Zeile von „Upside Down“, einer von Johnsons launigen Midtempo-Nummern, hängen: „I don't want this feeling to go away“. Ja, schön wär's.

 

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