Folgen der Energiewende Strom wird teurer: EEG-Umlage steigt auf Rekordniveau

Allein zwei Cent des gesamten Kostenanteils pro Kilowattstunde entfällt auf Windkraftanlagen. Foto: dpa

Die Ersparnis war nur vorübergehend: 2016 wird die Ökostrom-Umlage wieder steigen und Energie für die Verbraucher damit verteuern. Das gaben die Netzbetreiber am Donnerstag bekannt.

 

Berlin - Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden für die Energiewende bezahlen müssen, steigt im kommenden Jahr auf ein Rekordniveau. Die EEG-Umlage wird von derzeit 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom bedeutet das rechnerisch netto 6,44 Euro pro Jahr mehr. Mit Mehrwertsteuer wären es rund 7,70 Euro.

Wie sich die Strompreise tatsächlich entwickeln, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Umlage macht etwa ein Viertel aus. Im Vorjahr war sie noch erstmals gesunken. Gründe für den neuen Höchststand sind die hohe Stromproduktion aus Wind (an Land und auf See) und aus Photovoltaik-Anlagen - sowie der stark gesunkene Börsenstrompreis. Die Differenz zum Preis an der Börse gleicht die Umlage aus, die Betreiber von Ökostrom-Anlagen auf 20 Jahre garantiert erhalten.

Strompreis wird auch noch weiter steigen

Insgesamt dürfte die Energiewende absehbar teurer werden. Schon jetzt werden jedes Jahr bis zu 24 Milliarden Euro über die Stromrechnungen von Bürgern und Firmen gewälzt, damit Deutschland bis zum Jahr 2022 aus der Atomkraft aussteigen und den Ökostromanteil von heute 27 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 ausbauen kann.

So wird der von der Bundesregierung gerade beschlossene Vorrang für Erdkabel bei den Nord-Süd-Stromautobahnen die Netzentgelte erhöhen, die Verbraucher ebenfalls mittragen müssen. Dazu kommen Milliardenkosten aus Steuergeldern für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen - etwa hohe Prämien für die Stromkonzerne beim Stilllegen alter Braunkohle-Meiler.

 

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