Flughafen München Urkundenfälschung: Bundespolizei schnappt "falschen" Italiener

Bundespolizisten am Münchner Airport überprüfen täglich die Dokumente von knapp 38.000 Passagieren auf Fälschungsmerkmale. Foto: Bundespolizei

Mit einem gefälschten italienischen Ausweis hat ein Mann versucht, für einen Flug nach London einzuchecken. Zum Verhängnis wurden ihm Ungereimtheiten bei der Ticket-Buchung.

 

München – Ein angeblicher Italiener ist am Sonntag (13. Oktober) bereits beim Versuch gescheitert, mit gefälschten Dokumenten für einen Flug nach London einzuchecken. Die Airline-Mitarbeiter am Check-in-Schalter erkannten Ungereimtheiten bei der Buchung und baten die Bundespolizei um Hilfe. Die herbeigeeilten Beamten stellten nach kurzer Prüfung fest, dass bei der italienischen Identitätskarte das Lichtbild ausgetauscht worden war. Da half es dem 25-Jährigen auch nichts, dass er fließend italienisch sprach. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest.

Als sie den Mann durchsuchten, fanden die Bundespolizisten bei ihm eine echte italienische Krankenversicherungskarte und eine echte albanische Identitätskarte. Der 25-Jährige war in Wirklichkeit Albaner. Er gab an, die Krankenversicherungskarte für 50 Euro und die verfälschte „Carta d’Identità“ für 100 Euro von einem ihm unbekannten Rumänen in Rom gekauft zu haben. Dann sei er mit dem Zug über Bozen nach München gefahren, von wo er am Sonntagnachmittag mit der S-Bahn zum Flughafen gekommen sei.

Hier habe er sich für 299 Euro das Flugticket nach London gekauft. Warum das Ticket mit einer türkischen Kreditkarte bezahlt, in Englisch und Türkisch ausgestellt und kein deutsches Wort darauf zu finden war, könne er sich nicht erklären. Er beharrte aber vehement darauf, das Ticket selbst am Münchner Flughafen gekauft und bar bezahlt zu haben.

Er lebe seit knapp sechs Jahren in Italien, vier davon legal; seit sieben Monaten sei er arbeitslos und habe kein Geld mehr, so der junge Bauhelfer. Deshalb wolle er nach Großbritannien. Er habe gehört, dort würden Migranten 50 Pfund pro Woche vom Staat erhalten. Eigentlich aber erhoffe er sich Arbeit in Großbritannien.

Die Bundespolizisten werden den albanischen Staatsangehörigen am heutigen Montag (14. Oktober) mit einer Anzeige wegen Urkundenfälschung sowie unerlaubter Einreise und illegalen Aufenthalts im Gepäck nach Albanien zurückschicken. Weitere Ermittlungen zu dem Fall laufen.

 

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