Flüchtlingsunterkunft am Moosfeld Asylbewerberheim: Arbeiterwohlfahrt will Betreuung verbessern

Der Alltag in Flüchtlingsheimen (hier das Unterkunftszelt am Kapuzinerhölzl) ist oft trist und eintönig. Die Awo will das ändern. Foto: dpa

Den Flüchtlingen eine Stimme geben – das will die Arbeiterwohlfahrt in der Unterkunft in Moosfeld. Doch das kostet viel Geld und Einsatz.

 

Trudering - Praktisch über Nacht sind im vergangenen Oktober Flüchtlinge in einen leerstehenden Gewerbebau am Moosfeld eingezogen. 350 Asylbewerber haben dort Platz.

„Wegen des starken Zugangs im Herbst brauchten wir schnell Quartiere und waren dankbar, dass die Arbeiterwohlfahrt dieses Pilotprojekt betreut“, sagt Christina Roelz von der Regierung von Oberbayern. Über die üblichen Formalien bei der Erstaufnahme hinaus hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Moosfeld ein Programm umgesetzt, das bei den Bedürfnissen der Neuankömmlinge ansetzt. Als erstes ist da die Sprache, denn wer sich im fremden Land nicht verständigen kann, ist hilflos. Am Moosfeld sprechen AWO-Betreuer Arabisch, Farsi, Dari, Englisch und Französisch, was der erste Schritt ist, die Menschen in ihrer schwierigen Situation angemessen zu versorgen.

Auch bei der medizinischen Grundversorgung mischen die Betreuer mit. „Wir klären im Vorgespräch ab, was gebraucht wird. Das Jugendamt? Ein Psychiater? Ein Allgemeinarzt?“, so Maryam Giyahchi, die Leiterin der neuen AWO-Flüchtlings-Stabstelle. Angeboten wird auch Deutschunterricht, streng getrennt nach Geschlecht sowie Sport. Das unterbricht den eintönigen Warte-Alltag, baut Aggressionen ab und strukturiert den Tag. Zudem hat die AWO ein Netzwerk geknüpft zu ehrenamtlichen Helfern, Nachbarn, Ärzten. „Es ist eine tolle Erfahrung für uns, dass Menschen, die anklopfen, geholfen wird“, sagt AWO-Geschäftsführer Christoph Frey. Gerade in Trudering habe man die Flüchtlinge willkommen geheißen.

Das erfolgreiche Pilotprojekt, das dem ehrenamtlicher Helfer bei der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Bogenhausen ähnelt, endet Mitte März. Dann wird die Unterkunft geräumt, die Sanitäreinrichtungen werden verbessert und der Brandschutz den gesetzlichen Vorgaben angepasst.

Laut Christina Roelz geht die Einrichtung im Frühsommer wieder in Betrieb.

Die AWO fordert bessere Betreuung in allen Erstaufnahme-Einrichtungen, weder Freistaat noch Stadt haben aber bisher zusätzliches Geld zugesagt.

 

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