Flüchtlings-Problematik Das sagt Til Schweiger zu Angela Merkels Rede

Til Schweiger hatte schon lange auf offene Worte von Merkel gewartet Foto: ddp images

Endlich, dachten sich viele, endlich äußert sich auch die Kanzlerin zur Flüchtlingskrise. In ihrer Sommerpressekonferenz war diese das Hauptthema. Til Schweiger, der schon lange den Mund aufmacht, äußerte sich nun zu Merkels Worten.

 

Hamburg - In der Sommerpressekonferenz von Kanzlerin Merkel ging es vordergründig um die Flüchtlingskrise. Höchste Zeit, wie Til Schweiger (51, "Honig im Kopf") findet. Der Schauspieler und Regisseur, der sich seit Wochen öffentlich mit dem Thema auseinandersetzt, hatte lange darauf gewartet, dass die Kanzlerin Klartext spricht. "Ich war sehr enttäuscht von Angela Merkel, weil sie so lange geschwiegen hat", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Ich finde sie nämlich eigentlich ziemlich gut. Jetzt hat sie endlich eine Ansage gemacht!"

Und was hält Schweiger von Merkels Worten? Er gebe ihr Recht, dass die Bilder, mit denen die Bürger aktuell konfrontiert sind, unsere Vorstellungen und Kraft übersteigen. "Es sollten aber noch viel mehr Bilder gezeigt werden", findet er allerdings. "Viele Menschen haben noch nie einen Flüchtling gesehen, noch nie gesehen, wie schreiende, blutende Kinder durch Aleppo rennen. Wir müssen mehr Verständnis bei den Menschen erreichen, Mut machen, dass wir das zusammen gewuppt kriegen!"

Auf Worte sollen Taten folgen

Das Merkel zufolge Europa als Ganzes gefragt sei, unterstreiche Schweiger zu 100 Prozent. "Es ist ein absolutes No-Go, dass viele Länder einfach sagen: Ätschibätsch! Kümmert ihr euch mal alleine um die Flüchtlinge, wir halten uns da raus! Es ist klar, dass Deutschland mehr tun muss als zum Beispiel Griechenland, weil wir wirtschaftlich besser dastehen. Aber es kann nicht alles auf unseren Schultern lasten."

In ihrer Rede hatte Merkel sich auch "mit aller Härte" an diejenigen gewandt, die gegen Flüchtlinge pöbeln oder diese gar bedrohen. Nichts, "aber auch gar nichts" rechtfertige solche Handlungen. Offene Worte, die Schweiger gefallen: "Gut, dass Frau Merkel das mal so direkt anspricht. Ich hoffe, dass auf Worte Taten folgen."

Schweiger selbst lässt bereits Taten sprechen. Sein geplantes Flüchtlingsheim in Osterode ließ sich bislang zwar nicht realisieren. Indes hat der Filmemacher die Stiftung "Til Schweiger Foundation" gegründet, die Gelder für die Flüchtlingshilfe sammelt.

 

 

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