Doppelmord Mörder von Rott am Inn ist ein flüchtiger Sträfling

In diesem Mehrfamilienhaus in Rott am Inn ereignete sich der grausame Vorfall. Foto: Josef Reisner/dpa

Der 25-Jährige hatte den Hofgang zum Ausbruch genutzt. Drei Wochen später erstach er die beiden Senioren. Seine Bekannte ist in der Klinik.

 

München - Der mutmaßliche Mörder zweier Senioren in Rott am Inn (AZ berichtete) war drei Wochen vor der Tat als Häftling aus einer psychiatrischen Klinik ausgebrochen. Er saß dort wegen schwerer räuberischer Erpressung im Jahr 2010 ein.

Am 4. Februar nutzte er einen unbegleiteten Hofgang auf dem Klinikareal zur Flucht, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein gestern mitteilte. Es habe deshalb ein Haftbefehl gegen den 25-Jährigen bestanden.

Er ist dringend verdächtig, in der Nacht zum Dienstag die 66-jährige Elisabeth G. und den 73-jährigen Helmut H. in einem Mehrfamilienhaus im Streit um Lärm erstochen zu haben. Das hat auch die gestrige Obduktion der Leichen bestätigt: Die Senioren starben an mehreren tödlichen Stichen.

Er hatte sich dort in der Wohnung einer 20-Jährigen aufgehalten. Nach seiner Festnahme wenig später befindet er sich mittlerweile in einer besonders gesicherten Einrichtung, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Das Amtsgericht erließ Haftbefehl wegen zweifachen Mordes. Unklar ist noch, ob die jungen Leute Drogen genommen haben.

Die Tatwaffe wurde offensichtlich noch nicht gefunden. Unklar ist auch, ob der 25-Jährige und seine Bekannte vor der Tat Drogen oder Alkohol konsumierten.
Der 20-Jährigen war wegen wiederholten Lärmens die Wohnung in dem Mehrparteienhaus am Marktplatz gekündigt worden.

Sie stand unmittelbar vor dem Auszug. Laut Polizei beleidigte sie am Dienstagabend Bahnmitarbeiter und Reisende im Bahnhof von Rosenheim. Beim Eintreffen einer Streife leistete sie erneut massiven Widerstand, was sie bereits bei ihrer vorübergehenden Festnahme nach dem Doppelmord in Rott getan hatte.

Weil sie sich nicht beruhigen wollte und die Beamten wieder verletzte, wurde die 20-Jährige in eine Nervenklinik gebracht. Gestern fanden weitere Umfeldermittlungen statt, erklärte Polizeisprecher Anton Huber. Auch weitere Vernehmungen und Spurenabgleiche führten die Ermittler durch. Der Ehemann der 66-jährigen ermordeten Frau wird von der Kriminalpolizei betreut.  

 

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