Flip-Flops, kurze Hose, T-Shirt Hitze: Welche Kleidung im Büro geht - und welche nicht

Mit kurzen Hosen und Flip-Flops: Das geht laut einer Münchner Expertin im Büro gar nicht. Foto: dpa

Barfuß im Büro? Oder in Flip-Flops? Die Stil-Expertin Janine Katharina Pötsch aus München erklärt der AZ, was am Arbeitsplatz geht – und was nicht.

München - Die Zehen schauen aus den Flip-Flops heraus, unter dem Bürotisch enthüllen sich dann auch noch die nackten Schenkel. Darf man im Sommer so ins Büro?

Grundsätzlich muss man laut der Stil- und Knigge-Expertin Janine Katharina Pötsch aus München unterscheiden, in welchem Bereich man arbeitet. Es gibt ihr zufolge drei Kategorien: das Formal Business wie Banker, Steuerberater oder Anwälte. „Hier wird der typische Anzug-Dresscode erwartet.“ Egal, wie hoch die Temperaturen klettern. Weiter gibt es das etwas lockere Casual Business wie Ingenieure, Berater oder Mitarbeiter im Werbebereich.

Und dann gibt es noch das Modern Business wie etwa im Modebereich – da sind bestimmte Kleidungsstücke, die sonst ein Fauxpas wären, auch mal erlaubt, sagt Pötsch. Schließlich müssen sich diese Menschen auch beruflich im Trend kleiden.

Generell gelten folgende Kleider-Regeln fürs Büro:

Kurze Hose: Die geht bei Bankern und Co. gar nicht, sagt Pötsch. Wer nur im Büro ist und keinen Kundenkontakt hat, kann in Ausnahmefällen schon mal eine kurze Hose tragen – aber generell sind sie nicht bürotauglich.
Experten-Tipp: Eine leichte, aber lange Hose. Bei den Farben empfiehlt die Münchnerin dunkelblau oder anthrazit. Schwarze Hosen sind im Sommer nicht so günstig. Für Frauen ist ein Kostüm oder ein Business-Kleid eine Alternative. In sehr formalen Branchen gehört immer eine leichte Strumpfhose oder Strümpfe drunter. Dadurch schützt man auch den Schuh vor Schweiß.

Eine Geschäftsfrau zeigt besser auch im Sommer wenig Haut

Hemd mit kurzen Ärmeln: Das darf man auf keinen Fall unter einem Anzug tragen, sagt die Stilexpertin. „Das ist ein absolutes No-Go.“ Das sieht nicht schön aus und hat oft zur Folge, dass man die Anzugjacke in die Reinigung geben muss, weil man sie leicht vollschwitzt.
Experten-Tipp: Leichteres, langärmliges Hemd, das nicht zu sehr knittert. Am besten in weiß, weil sich dort Schweißflecken nicht so stark abbilden.

Minirock: Der ist im Büro allgemein nicht zu empfehlen. Wenn man sich hinsetzt, rutscht der Rock hoch. „Dann ist die Schublade ‚kompetente Business-Frau’ ganz schnell zu“, sagt Pötsch.
Experten-Tipp: Am besten ist es, wenn das Knie leicht umspielt ist, beziehungsweise maximal eine Handbreite über dem Knie frei ist. Aber Achtung: Wenn man große Hände hat, dann lieber etwas länger als zu kurz.

Spaghetti-Top: „Das geht auch gar nicht. Genauso wie bauchfrei“, sagt Pötsch. Diese Kleidung gehört in die Freizeit. „Sonst denkt der Chef, die wartet nur darauf, nach Hause gehen zu dürfen.“
Experten-Tipp: Es ist immer so: Je mehr Haut man zeigt, umso weniger wird man als Geschäftsfrau wahrgenommen. Deswegen lieber ein normales T-Shirt mit kurzen Ärmeln. Bei Blusen ist ebenfalls Vorsicht geboten: Denn in Seide etwa schwitzt man deutlich mehr als in einem Baumwoll-T-Shirt.

Der Büro-Ausschnitt: zwischen zwölf und 14 Zentimeter

Beim fürs Büro korrekten Ausschnitt gilt folgende Regel: Er sollte genau so groß sein, dass es der Länge von der Augenbraue bis zum Kinn entspricht. Das sind laut Pötsch im Schnitt zwischen zwölf und 14 Zentimetern.

Flip-Flops: Die sind nur für den Freizeit-Bereich. „Das ist auch wieder so ein Indiz: Das Strandbad wartet schon.“ Offene Sandalen bei Frauen, die vorne wie Flip-Flops aussehen, hinten aber geschlossen sind, gehen laut Pötsch zumindest im Casual oder Modern-Business-Bereich.
Experten-Tipp: Schöne Ballerinas in ganz leichtem Lederstoff. „Bei Männern müssen sie leider immer geschlossen sein“, so die Stilexpertin. Im Formal Business muss es ein normaler Business-Schuh sein, im Casual Business gehen zum Beispiel auch Mokassins. Ein frisches Hemd in die Arbeit mitnehmen – in der gleichen Farbe Sandalen, im schlimmsten Fall auch noch mit weißen Socken, sind im Büro ebenfalls tabu. Socken in den Sandalen sind übrigens auch in der Freizeit ein modischer Fauxpas.

Bikini drunter: Da muss die Stilexpertin am Telefon laut schnaufen. „Nein, das geht gar nicht!“ Denn wenn die Träger durchblitzen, erweckt das wiederum den Eindruck, als wäre man in Gedanken schon im Freibad.
Experten-Tipp: Einen T-Shirt-BH – auf keinen Fall Dessous. Ein T-Shirt-BH ist ein ganz normaler, hautfarbener BH, der alles verdeckt und sich nicht abzeichnet. „Der Dessous-BH ist fürs Schlafzimmer geeignet, aber nicht fürs Business.“

Make-up und Haare: Frauen wollen auch im Sommer perfekt geschminkt sein, oft ist das aber an einem langen Sommer-Arbeitstag eine Herausforderung.
Experten-Tipp: Sich immer wieder mal abtupfen, aber nicht noch mal eine Schicht Puder drauflegen. Für die Haare empfiehlt Pötsch ein Trockenshampoo. Damit lässt sich die Frisur schnell auffrischen. Ein 24-Stunden-Deo gehört ebenfalls in die Handtasche jeder Business-Frau.

Wechsel-Klamotten: Es ist laut der Stil-Expertin zu empfehlen, sich ein frisches Hemd oder ein frisches T-Shirt in die Arbeit mitzunehmen – in der Farbe, die man an dem Tag trägt, damit der Wechsel nicht so auffällt. Denn es kann immer passieren, dass man spontan einen Termin bekommt – und da sollte der Geschäftskunde den heißen, anstrengenden Tag nicht schon an der Kleidung sehen.

 

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