Finanzkrise Meisterlöwe fordert: Millionäre, helft 1860!

Der eine schießt Tore und zittert mit dem TSV. Und der andere betet aus der Distanz: Benny Lauth und Michael Hofmann. Foto: sampics

Manni Wagner & Co wehren sich gegen das Aus. „Man kann jetzt nur hoffen und beten”

 

München - Für sie alle war es eine bittere Schock-Nachricht. Bei allen kamen auf einmal Ängste und Ungewissheiten auf, keiner wusste, was nun geschehen werde. Und dennoch gaben sich die ehemaligen Spieler des TSV 1860 große Mühe, trotz des kaum zu überwindenden Finanzdefizits doch irgendwie Hoffnung zu verbreiten und daran zu appellieren, dass der TSV 1860 nicht untergehen darf. „Es ist schlimm, was mit diesem Verein passiert ist.

Dass die Lage so schlecht ist, wusste ich nicht. Es macht einen sehr traurig”, sagte Manfred Wagner, Meisterlöwe von 1966. „Aber es muss doch jetzt irgendwie möglich sein, in einer Stadt wie München schnelle Hilfe zu bekommen. Diese Stadt hat doch so viele Millionäre, und es werden immer mehr. Da muss sich doch noch Geld auftreiben lassen. Auch wenn es nicht gut aussieht für den Verein, ich bin mir trotzdem sicher, dass es irgendwie noch klappen wird." Und woher kommt die Hoffnung? „Weil dieser Verein immer noch etwas ganz Besonderes ist. Mit 1860 darf es einfach nicht zu Ende gehen.”

"Man kann nur hoffen, dass es eine Lösung gibt"

Sein Meisterkollege Fredi Heiß beschrieb den aktuellen Zustand als „tragisch. Es fällt mir schwer, darüber zu reden und so etwas wahrhaben zu wollen. So eine Nachricht will sich nicht bei mir im Kopf festsetzen. Man wehrt sich dagegen und kann nur hoffen, dass es eine Lösung gibt."

Auch Torwart Michael Hofmann, der die Löwen im Sommer 2010 nach 14 Jahren verließ, schien der Hilfeschrei vom Freitag enorm mitgenommen zu haben. Der 38-Jährige, heute Keeper beim Drittligisten Jahn Regensburg, sagte: „Ich habe 1860 alles zu verdanken. Im Endeffekt bin ich natürlich immer noch Sechzger. Die Situation ist schlimm, und das war wohl jetzt der letzte Versuch, noch mal Hilfe zu bekommen.” Was ihm jetzt selbst noch bleibt, drückt Hoffmann in fast schon drastischen Worten aus: „Man kann nur noch hoffen und beten. Mehr kann man nicht machen. Das alles ist eine große Tragik. Es wäre nicht auszudenken, wenn 1860 in den Amateurbereich zurück müsste. Für München wäre das schlimm.” Wie es soweit kommen konnte, steht für den ehemaligen Löwen-Keeper jedoch außer Frage: „Es gab leider immer wieder Negatives zu hören über 1860. Das alles hat die vielen positiven Aspekte vergessen lassen. Und wenn man dann auch noch sportlich im Niemandsland der Tabelle steht, überlegen sich die Leute halt, ob sie noch ins Stadion kommen.” Hofmann selbst wird „die nächsten zehn Tage nur noch hoffen und Daumen drücken, dass 1860 irgendwie weiterlebt. Denn noch ist nicht aller Tage Abend.”

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