Final-10-Turnier in München Danilo Barthel und Co.: Das sind Bayerns Titeltrümpfe

Sie sollen den FC Bayern beim Geisterturnier im Audi Dome zur dritten Meisterschaft in Serie führen (v.l.): Paul Zipser, Petteri Koponen, Maodo Lo, Vladimir Lucic und Danilo Barthel. Foto: Rauchensteiner/Augenklick, dpa, AZ-Montage

Die Basketballer des FC Bayern starten am Samstag ins Saisonfinale dahoam im Audi Dome und wollen dort ihren Meistertitel zum zweiten Mal verteidigen. Die AZ erklärt, auf wen es dabei besonders ankommt.

 

München - Nach drei quälend langen Monaten Corona-Zwangspause starten die Basketballer des FC Bayern am Samstag (20.30 Uhr, Magenta Sport) nun also in ihr Saisonfinale dahoam.

Am Eröffnungstag treffen die Gastgeber des Final10-Turniers im Audi Dome zunächst auf Ulm. Das Spiel werde, wie es Bayern-Coach Oliver Kostic formulierte, erste Antworten darauf liefern, in welcher Verfassung sich die teilnehmenden Mannschaften nach der ungewollten Auszeit befinden. Nur eines von vielen Fragezeichen, die das Turnier begleiten werden.

Wenn es nach Danilo Barthel geht, ist zumindest die Frage nach dem Heimvorteil schon jetzt geklärt. "Man kann nicht von einem großen Vorteil sprechen, den wir als vermeintliches Heimteam haben", sagte der Bayern-Kapitän vor dem Geisterturnier ohne Zuschauer und ergänzte: "Vielleicht fühlt es sich für uns sogar komischer an, weil die Familien eigentlich nur 15 Minuten weg sind und wir trotzdem Abstand halten müssen."

Titeltrümpfe gibt es auf Seiten der Bayern aber dennoch, in Form von fünf Schlüsselspielern. Die AZ erklärt sie hier...

Danilo Barthel

"Mit Djedo und Greg fallen natürlich zwei essenzielle Bausteine von unserem Team weg", sagte Barthel über die Ausfälle von Djedovic (Knieverletzung) und Monroe (private Gründe). Der Kapitän sieht sein Team aber "immer noch gut aufgestellt". Er selbst wird in Abwesenheit von Monroe auch wieder in die Center-Rotation rücken und "sicher die ein oder andere Minute auf der Fünf spielen", sagte Barthel auf AZ-Nachfrage, "die meisten Minuten aber wohl doch als Power Forward".

Barthels Flexibilität auf den beiden großen Positionen ist ein absoluter Trumpf für Bayern. Darüber hinaus ist der 28-Jährige der emotionale Leader, geht in entscheidenden Phasen voran und reißt seine Teamkollegen mit. Das zeigte er speziell in den Finalserien der vergangenen beiden Meisterjahre.

Vladimir Lucic

Der "Klebstoff" der Mannschaft, wie ihn Geschäftsführer Marko Pesic gerne nennt. Ein größeres Kompliment, als der zu sein, der das Team zusammenhält, kann man einem Mannschaftssportler nicht machen.

Der Co-Kapitän gibt dem Team häufig genau das, was es gerade braucht: Mal bedingungslosen Einsatz in der Defensive, mal einen entscheidenden Dreier in der Offensive. "Ich habe jedes Jahr aus meiner individuellen Rolle heraus Verantwortung für die Mannschaft übernommen", sagte Lucic, "genau das will ich jetzt auch wieder tun".

Petteri Koponen

Der Scharfschütze aus Finnland trägt aufgrund seiner Nervenstärke in den entscheidenden Sekunden den Spitznamen "Finnisher".

Mit seiner Treffsicherheit von der Dreierlinie verhalf er den Bayern schon zu dem ein oder anderen wichtigen Sieg. Unvergessen: sein Buzzerbeater zum 73:71-Sieg gegen den FC Barcelona in der vergangenen Euroleague-Saison. Der 32-Jährige litt allerdings stets ein wenig unter Djedovics dominanter Rolle. In dessen Abwesenheit wird er nun mehr Spielzeit bekommen und kann dabei zeigen, dass er mehr für Bayern ist, als nur ein Mann für die besonderen Momente.

Maodo Lo

Der Point Guard der Bayern spielte in dieser Saison die vielleicht beste Hinrunde seiner Karriere. Der Spielmacher, 27, führte das Team und übernahm mehr und mehr Verantwortung. Einer der Höhepunkte: Das deutsche Euroleague-Duell mit Alba Berlin, bei dem Lo die Bayern mit zwei Dreiern Sekunden vor Schluss in die Verlängerung rettete und so den 77:76-Sieg möglich machte. Wenn die Bayern Meister werden wollen, brauchen sie Lo in seiner überragenden Form aus der Hinserie.

Paul Zipser

Als die Bayern 2014 zum ersten Mal nach 59 Jahren wieder Meister wurden, verletzte sich der damals 20-Jährige in der ersten Playoff-Runde und verpasste so den Weg zum Triumph. Nach seinem Wechsel 2016 in die NBA zu den Chicago Bulls ist er über eine kurze Zwischenstation in Spanien (San Pablo Burgos) nach München zurückgekehrt. Mit dem festen Vorhaben, dieses Mal mehr zum Titel beizutragen.

Bis zur Corona-Pause kam er immer besser in Schwung und war nach Monroe (13,2) mit durchschnittlich 12,2 Punkten pro Spiel Topscorer seines Teams. Ohne Djedovic (11,7) braucht Bayern seine Punkte nun noch mehr.

Lesen Sie auch: Mission mit Fragezeichen - Die Fallen für Bayern im Meisterschaftsfinale

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading