Filmfest München: "Wer 4 Sind" und Live-Act Die Fanta Vier kommen ins Astor Kino

Die Fantastischen Vier (von links): Smudo, Michi Beck, Thomas D und And.Ypsilon. Foto: Filmfest München

Zum Dokumentarfilm über die Fantastischen Vier kommen Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon und erzählen „Wer 4 Sind“ in der Astor Lounge im Arri

 

Er ist da. Immer wieder: Jedes Mal aufs Neue entsteht dieser Spirit, der vier Spaßvögel zur Ruhe und mit ihrer Kreativkraft dann zur schöpferischen Zusammenarbeit kommen lässt.
Was dabei rauskommt, wenn die Fanta 4 sich zur Albumkreation zurückziehen? Ein Hit! Jedes Mal mindestens ein Titel, der sich in den deutschen Charts breit macht und zum Ohrwurm einer Generation wird. 30 Bühnenjahre hängen Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon nun schon zusammen ab.

In „Wer 4 Sind“ sinnieren die Herren, heute in ihren frühen 50ern, darüber, wie es zu dieser erfolgreichen Stabilität kam.
In der Band-Doku von Thomas Schwendemann erzählen dazu auch Bandmusiker, Crew-Mitglieder und Rapperkollegen wie Samy Deluxe, Clueso oder Curse und Crew-Mitglieder die Geschichte der Fantastischen Vier.

Am Beginn: Die Pubertät von vier Halbstarken

Wie hat alles angefangen? Mit der Pubertät von vier Halbstarken in Stuttgart. Mit Deutsch-Rap, einem Genre mit dem im deutschsprachigen Raum niemand so richtig Karriere gemacht hatte. Aber die fetten Rhymes eigneten sich hervorragend, um die Teenie-Themen auszudrücken. Das war in den frühen 90er Jahren, als vier schräge Außenseiter davon träumten, erfolgreiche Hip-Hop-Stars zu werden. Als sie mit den Bausteinen Melodie, Rhythmus, Text und Elektronik gespielt haben wie Kinder mit Bauklötzen. Hatten sie einen Plan von dem, was sie da taten? Nein. Das geben sie zu. Trotzdem hat’s funktioniert. Ihr Traum erfüllte sich 1992 mit dem Chartstürmer „Die Da!?!“. Und mit weiteren Tracks und Alben verstetigte er sich. Die Deutschen standen auf ihre Lässigkeit und Leichtigkeit und belohnten die Fantas mit Platin- und dreifach Gold-Schallplatten.

Reich, berühmt, Frauen! Was also noch?

„Reich und berühmt waren wir, und die Mädels hatten wir auch“, schwäbeln sie in die Kamera: „Was wollten wir von diesem Erfolg aus noch erreichen?“ In dieser Hochphase erwischt die Fantastischen Vier die Sinnkrise: der teeniehafte Rap, die lockeren Texte, die zwar feine Reime sind, aber Oberflächliches erzählen: Das genügt ihnen nicht mehr. Die Band lässt die Pubertät, hinter sich. Sie ziehen sich zurück, in eine Karsthöhle und produzieren „MTV Unplugged: Die Fantastischen Vier“, ein Live- und Akustikalbum. Sie schrauben den Klamauk runter, werden vieldeutiger, tiefgründiger, akustischer, teilweise melodischer und ein bisschen psychedelisch. Die Fans feiern die neue Ernsthaftigkeit, die trotzdem auch leicht ist.

Ergraues Ziegenbärtchen und Wohlstandsbäuchlein!

Und so besteht die Fanta-Formation weiterhin und wandelt sich dennoch. Denn nebenbei geht jeder auch seinen eigenen Weg. Musikalisch, unternehmerisch und privat. Sie gründen Bands, Labels, Familien – trotzdem bleiben Fanta 4 zusammen. „Weil wir hier sein können, wie im Privatleben auch. Wir spielen nichts. Wir sind echt“. Das keine reine PR-Aussage, sondern empfunden. Das merkt man den vier Männern an. Die sind heute in einem Alter angekommen, wo sie niemandem mehr was vormachen müssen. Vielleicht ist dieses Alter für Hip-Hop eher ein Rentenalter. „Ich bin einfach 50. Das merk’ ich schon“, sagt Andreas Rieke mit grauer Mähne. Und das Ziegenbärtchen von Thomas D ist jetzt schlohweiss, Smudo wiederum trägt ein gemütliches Wohlstandsbäuchlein.

Auch in der neuen Zeit aktuell

Sie sehen also vielleicht nicht mehr so fresh und funky aus, wie in den Anfangstagen, die in kurzen Rückblenden zu sehen sind. Aber die Vier sind weder berufsjugendlich, noch präsentieren sie sich übererwachsen. Im Gegenteil achten sie darauf, bloß nicht altherrenmäßig rüberzukommen. Sie bleiben ja die Fanta 4. Dabei hilft ihnen ihr Schalk, ihre Musik und ihre Herangehensweise, der sie immer treu geblieben sind: Immer schön dicke Hose und Riesen-Ego – gepaart mit einer sympathisch großen Portion Selbstironie, Reflexion und Spaß an der Sache, der sich überträgt. „Fantaismus“ nennt es Michi Beck. Das ist’s!    

Dienstag, 2. Juli, 21 Uhr, Astor Lounge im Arri: Zum Film kommen die Fanta4 live zum Publikumsgespräch
Für diese Veranstaltung verlosen wir 2 Karten: Wer gewinnen will, schreibt bis 12 Uhr eine Mail an kultur@az-muenchen.de, Stichwort: „Wer4Sind“.
Wieder am Fr, 5. Juli, 22 Uhr, ebenfalls mit Publikumsgespräch

 

 

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