Filmfest München Filmtipp: "Nur wir drei gemeinsam" Von Persien nach Paris

dan machen wir halt jetzt Fritten: Die Familie ist in Paris angekommen. Foto: FFM

Die französische Komödie "Nur wir drei gemeinsam" erzählt humorvoll von Flucht und Neuanfang

 

Hibat verweigert am Geburtstag des Schahs das vom Herrscher gestiftete Stück Kuchen, landet zur Strafe in Einzelhaft, wird gefoltert. Der Jurastudent, der erst auf der Seite der Kommunisten gegen den Potentaten auf dem Pfauenthron kämpft und später gegen die Religionsdiktatur der Mullahs, geht mit seiner Frau in den Untergrund, unter Schwierigkeiten verlassen sie mit ihrem kleinen Sohn das Land, bauen sich in der Pariser Banlieue eine neue Existenz auf.
Aber das Ganze ist kein larmoyantes Flüchtlingsdrama, sondern eine warmherzige Komödie, in der das Prinzip Hoffnung dominiert. Der Blick ist auf ein persönliches Schicksal gerichtet eingebettet in politische Ereignisse.
Nachgezeichnet wird die autobiografische Familiengeschichte vom 1982 geborenen Sohn Nouchi. Es ist eine tragikomische, bewegende Reise durch die Vergangenheit bis in die Gegenwart mit sozialen Brennpunkten. Als Standup-Komiker unter dem Namen Kheiron verfilmt er den steinigen Weg seiner Eltern, spielt seinen Vater, macht kein betuliches Betroffenheitskino, sondern filmt eine Liebeserklärung an die Familie mit scharfem Witz, bösem Humor und als Ode an seine starke Mutter (Leïla Bekhti). Lachen in Zeiten von Angst und Terror als Selbstverteidigung und Überlebensstrategie. Dieser Film tut richtig gut.    

Di, 28.6., 16.30 Uhr, City 2

 

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