Filmfest München Filmtipp: El Olivo - Der Olivenbaum" Entwurzelung und Hoffnung

Am Ende ein Zweig der Hoffnung: Anna Castillo in "El Olivo". Foto: ffm

Großartige spanische Geschichte zwischen Großvater und Enkelin: „El Olivo – der Olivenbaum“

 

Bagger reißen einen tausendjährigen Olivenbaum krachend aus der Erde, die Wurzeln hängen hilflos in der Luft, ein alter Mann schaut wie erstarrt zu. Abtransport. Ein Bild zum Heulen.
30 000 Euro kriegen die Bauern für den Verkauf gegen den Willen des Großvaters. Aber sie zahlen einen hohen Preis: Die Familie zerbricht, der Großvater versinkt in Schweigen und dämmert dem Tod entgegen. Um ihm neue Lebenskraft zu geben, begibt sich seine Enkelin auf ein Road Movie à la Don Quijote.
Mit ihren Sancho Pansas, dem Onkel und einem in sie verliebten Kollegen, reist die 20-Jährige mit einem riesigen Lader nach Deutschland, um den Baum zurückzuholen. Die beiden Männer wissen nicht, auf was sie sich einlassen. Das Prachtexemplar steht nämlich im Atrium eines Düsseldorfer Energiekonzerns, bekannter Umweltzerstörer, der mit Nachhaltigkeit wirbt. Die Geschichte eines ungleichen Kampfes erzählt Icíar Bollaín mal wehmütig, mal humorvoll. Es gibt kein Happy End, dafür einen Blick auf Menschen, die im Immobilien- und Finanzcrash von 2007 alles verloren haben, nicht nur Geld, sondern auch ihre Träume. Für Widerstand und Neuanfang steht die Heldin des Films, ihr sind nur die Erinnerungen an eine glückliche Kindheit geblieben, dennoch wagt sie das Unmögliche.    
So, 26.6., 19 und Mo, 27.6., 9.30 Uhr, City 2 sowie Di, 28.6., 16 Uhr, Gloria

 

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