Erste Filiale in München Fast-Food-Kette Five Guys im Test: Mittagessen wie ein US-Präsident

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 20.12.2018 - 15:03 Uhr
Die Burger dieser Kette wollen gerade viele haben – deshalb müssen sie auch alle Schlange stehen. Foto: Jasmin Menrad

In den Riem Arcaden hat eine Filiale der amerikanischen Kette Five Guys eröffnet. AZ berichtet, wie man sich die Wartezeit bei den Five Guys vertreibt und was echt nicht schmeckt.

 

München - Fastfood heißt bekanntermaßen wörtlich übersetzt Schnellessen, aber ganz so schnell geht es bei Five Guys in den Riem Arcaden nicht. Zu groß ist der Hype um den amerikanischen Burgerladen, zu viele wollen hier Mittagessen.

Die US-Burgerkette gibt es schon seit 1986, aber erst vor einigen Wochen hat eine Münchner Filiale eröffnet. Geschlagene zwanzig Minuten dauert es, bis Cheeseburger (9,45 Euro) und kleine Fritten (3,50 Euro) bestellt und in der Tüte sind. Die Wartezeit vertreibe ich mir damit, ein paar Erdnüsse zu essen, die sich am Eingang stapeln und zu lesen, woher die Kartoffeln kommen: "Swifterbant, NL, Stehouwer Farm". Aha. Das Internet findet keine Bilder von glücklichen Kartoffeln unter diesem Namen. Hier gibt's nämlich keine Tiefkühlkost, sondern alles wird frisch zubereitet, auch die Pommes, lese ich.

Ein Burger, der okay schmeckt.

Ein Burger, der okay schmeckt. Foto: Jasmin Menrad
 

Mein Hauptzeitvertreib ist der Getränkeautomat – so viel pappsüße Limo wie ich mag für 3,40 Euro. Nur sind leider all die verrückten Colasorten wie Coca-Cola Light Plus Green Tea ausgegangen und selbst bei Spezi - in diesem Fall Mezzo Mix - muss der Getränkeautomat passen. Hinten drängeln die anderen Kunden, vorne ruft ein Mitarbeiter meine Burgernummer aus. Weil unten die coolen Kids sitzen, ziehe ich mit meiner braunen Tüte und zwei Plastikbechern nach oben, wo der Getränkeautomat prall gefüllt scheint und lasse mir langweilig eine Mezzo Mix raus.

Ein Experiment wage ich stattdessen beim Milchshake (5,95 Euro). Die Mitarbeiterin, die die Bestellung aufnimmt, macht einen sehr freundlichen und sehr kompetenten Eindruck. Als sie jedoch ihren Lieblings-Milchshake Banane-Kirsch empfiehlt, frage ich mich, ob es sich um eine sehr reif aussehende 13-Jährige handelt. Beflissen erklärt sie noch, dass ich jeden Milkshake mit Bacon (Speck!) aufpeppen könne und ich sage "Au ja, gerne" und habe einen Banane-Kirsch-Speck-Milchshake. Sie bietet an, ich könne den Shake eintauschen, wenn er nicht schmeckt.

Die Filiale von außen. Foto: Jasmin Menrad
 

Der Bacon ist kaum herauszuschmecken, aber schon beim ersten Schluck wird mir klar, warum ich seit meiner Pubertät keinen Milchshake mehr getrunken habe: Das Zeug ist eklig. Eine dickflüssige Bröckelmasse, die nur mit enormem Aufwand durch den dicken Strohhalm zu ziehen ist. Dabei verbrauche ich fast so viele Kalorien, wie ich durch den süßen Shake wieder aufnehme. Zwei Schlucke schaffe ich, dann spüle ich mit Mezzo Mix nach.

Der Burger ist dann echt okay. Barack Obama kann nicht irren, der wurde schon dabei gefilmt, wie er hier Burger kaufte (also nicht in den Riem Arcaden). Das Fleisch nicht gepresst oder zusammengedrückt und leicht rosa innendrin, der Käse fett verlaufen. Dazu könnte ich kostenlos Beläge wie Salat, Gewürzgurken, Tomaten, gegrillte Zwiebeln, gegrillte Champignons, Jalapeños, Paprika und Soßen wählen. Mache ich aber nicht. Für Vegetarier gibt es Sandwiches (4,75 Euro), aber keine Burger.

Der Cheeseburger liegt dann so schwer im Magen, wie die 22,30 Euro, die ich für dieses Mittagessen mit Milkshake bezahlt habe und das ist der Hype dann doch nicht wert.


Five Guys Willy-Brandt-Platz, Mo bis Sa 11 bis 22 Uhr, So 12 bis 22 Uhr

Es testete für Sie: Jasmin Menrad

Five Guys plant zwei weitere Filialen in München

Bei der einen Filiale in den Riem Arcaden soll es übrigens nicht bleiben – das Unternehmen plant zwei weitere Filialen in München aufzumachen. Das zweite Lokal in den Pasing Arcaden soll noch 2018 eröffnet, Anfang 2019 dann das dritte. Das soll dann in der Münchner Innenstadt sein. Denn schon bei der ersten Filiale suchten die Verantwortlichen eigentlich nach einem Objekt in "hochfrequentierter Innenstadtlage". Dieser Plan ist mit den Riem und den Pasing Arcaden nur bedingt aufgegangen.

AZ

 

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