Feuer nicht unter Kontrolle Moorbrand: Katastrophenfall gilt - Evakuierung droht

Der Qualm des Moorbrandes zieht über ein Feld. Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen fünf Hektar Moorland in Brand. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Wegen des Moorbrandes auf einem Bundeswehr-Testgelände in Niedersachsen hat der Landkreis Emsland am Freitag den Katastrophenfall ausgerufen.

 

Meppen - Die Lage wird immer unübersichtlicher: Eine Evakuierung der Gemeinden Groß Stavern und Klein Stavern nicht mehr ausgeschlossen werden.

Wie Landrat Reinhard Winter weiter mitteilte, hat der Landkreis Emsland am Freitagmorgen wegen des Moorbrandes auf einem Bundeswehr-Testgelände den Katastrophenfall ausgerufen.

Eine Fläche von mehr als Tausend Fußballfeldern brennt inzwischen, 850 Retter sind involviert. Seit mehr als zwei Wochen brennt die Moorfläche bei Meppen, nach aktuellem Stand auf einer Fläche von acht Quadratkilometern. Rund 1.000 Einsatzkräfte sind vor Ort - bisher schaffen sie es nicht, das Feuer zu löschen.

Weil aufkommender Sturm den Moorbrand auf einem Bundeswehr-Testgelände in Niedersachsen frisch anfacht, wird die Situation immer bedrohlicher. "Eine ganz konkrete Prognose ist derzeit nicht möglich, dennoch ist zu erwarten, dass sich Rauchbelästigung und Funkenflug verschärfen", sagte Winter.

Landrat Winter: "Schutz der Bevölkerung steht an erster Stelle"

Der großflächige Moorbrand war vor mehr als zwei Wochen infolge von Raketentests der Bundeswehr ausgebrochen. Rauch zog zeitweise zu Orten, die mehr als 100 Kilometer von dem Brand entfernt liegen. Der Lankreis sei gut vorbereitet und wolle keine Unruhe erzeugen.

Winter: "Da der Schutz der Bevölkerung für uns an erster Stelle steht, möchten wir aber die Staverner frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass eine Evakuierung nicht mehr undenkbar ist."

Treten Unwetter, Überschwemmungen oder andere Naturgewalten auf, ist das nicht automatisch ein Katastrophenfall. Von einer Katastrophe sprechen Behörden erst, wenn die Bedrohung von vielen Menschen, umfangreichen Sachwerten oder natürlichen Lebensgrundlagen so gravierend ist, dass die betroffene Kommune überfordert ist. Das bedeutet, dass die Lage nur beherrscht werden kann, indem überregional Einsatzkräfte alarmiert werden und ein Krisenstab eingerichtet wird. Ist das der Fall, wird der Katastrophenfall ausgerufen. Der Katastrophenfall ist dabei gleichlautend mit Katastrophenalarm.

 

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