Festnahme dank mutiger Zeugin Diebe an manipuliertem Bankautomaten geschnappt

Half mit, dass die zwei Diebe erwischt werden: Die Münchnerin Katja Breitensträter. Foto: AZ

Eine Münchnerin fährt ihren Sohn zur Schule und will danach am Bankautomaten Geld abheben. Dabei beobachtet sie zwei Männer, die ihr verdächtig vorkommen.

 

München - Eigentlich hat es Katja Breitensträter am Mittwochmorgen ziemlich eilig. Sie bringt ihren Sohn zur Schule, möchte noch schnell zu ihrer Hausbank, Geld einzahlen und dann in ihre Firma in der Nähe des Isartors fahren.

Als sie kurz nach 8 Uhr die Hypovereinsbank in der Boschetsrieder Straße betritt, fallen ihr zwei Männer auf. „Die benahmen sich merkwürdig. Sie drückten sich in der Nähe der Geldautomaten herum“, sagt Katja Breitensträter. Die 48-Jährige spürt instinktiv, dass mit den Männern etwas nicht stimmt. Deshalb verlässt die Unternehmerin schnell die Bank und setzt sich draußen in ihren SUV. "Der jüngere der Männer hat versucht, den älteren vor neugierigen Blicken abzuschirmen", sagt Katja Breitensträter.

Ihre Neugier ist geweckt: "Das war richtig spannend, den Männern zuzusehen. Das war wie in einem Krimi." 

"Cash Trapping"-Masche ist der Münchner Polizei bekannt

Katja Breitensträter ist mit einem Polizisten verheiratet. Sie greift nach ihrem Smartphone, will den Notruf der Polizei wählen, die 110. Doch sie hat ihr Handy zu Hause vergessen.

Die Münchnerin spricht einen Mann auf der Straße an. "Ich habe keine Zeit", sagt er und geht. Katja Breitensträter gibt nicht auf.

Ein Paar kommt vorbei. Die beiden rufen die Polizei. Die Männer in der Bank haben es unterdessen plötzlich eilig. Die blonde Frau im Porsche beachten sie nicht, als sie in Richtung Hofmannstraße gehen.

"Angst hatte ich nicht. Im Wagen hab’ ich mich sicher gefühlt", sagt Katja Breitensträter. Außerdem wusste sie: Die Polizei ist bereits unterwegs.

Polizei ermittelt im Zusammenhang mit ähnlichen Fällen

Eine Streife stoppt neben den Verdächtigen. Die Beamten durchsuchen die Männer (40 und 26). Sie haben mehrere Tausend Euro in der Tasche. Es stellt sich heraus, dass sie in der Bank einen Geldautomaten mit Klebeband manipuliert hatten, sodass, wenn jemand Geld abhebt, die Scheine im Schacht stecken bleiben. "Cash-Trapping“ heißt die Masche. "Wir gehen davon aus, dass die Männer weitere Geldautomaten präpariert haben", sagt Polizeisprecher Oliver Timper.

Die Kripo bittet um Hinweise. "Ich finde es wichtig, immer die Augen offen zu halten", sagt Katja Breitensträter, "aber ich hätte nie damit gerechnet, eines Tages ein paar Gauner zur Strecke zu bringen".

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