Feministische Gruppe fordert klare Front Seminar fürs Frauen aufreißen: Widerstand gegen Pick-Up-Artist in München

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Sogenannte Pick-Up-Artists behaupten von sich, jede Frau für sich gewinnen zu können. (Symbolbild) Foto: imago/Panthermedia

Eine Gruppe von Feministinnen fordert eine klare Front gegen sexistische Aufreißer, die sich selbst als Pick-Up-Artists bezeichnen. Einer von ihnen hält Ende Februar ein Seminar in München ab.

 

München - Wer die Regeln der Verführung einhält, kriegt jede Frau ins Bett: So geht das Versprechen, das Pick-Up-Artist Matthias Pöhm seinen Kunden gibt. Die Kunden sind Männer – Frauen sind unerwünscht, wenn Pöhm das seiner Meinung nach evolutionsbiologisch begründete Spiel der Verführung erklärt. Ende Februar gibt der umstrittene Pick-Up-Artist ein Seminar in München. Kosten: 1.450 Euro für zwei Tage.

"Pick-Up-Artists versprechen den Anhängern, durch perfide Manipulation garantiert Sex mit jeder Frau zu haben. 'Nein heißt Nein' und sexuelle Selbstbestimmung gelten hier nicht. Vielmehr bieten die Seminare konkrete Anleitungen zur sexuellen Nötigung; die Frau wird zur austauschbaren Ware objektifiziert", schreibt die feministische Gruppe De Gfotzerten zum geplanten Seminar "Männlich wirken – natürlich flirten".

Münchner Clubs nach "Hotty-Faktor" bewertet

Wer auf die Homepage des selbsternannten Pick-Up-Artists geht, findet dort eine Liste von Münchner Clubs, die nach "Hotty-Faktor", "Aufreissfaktor" und Rückzugsmöglichkeiten, um "sie zu isolieren" bewertet werden. Von jedem Club gibt es einen Plan, wo Mann sich mit der Frau zurückziehen kann. Über einen Münchner Club heißt es: "... gibt es einen mittleren Männerüberschuss von 86 Prozent. Das heisst: Da liegen elf Schnitzel am Buffet, aber 20 Leute wollen Essen." (sic)

De Gfotzerten fordern nun eine klare Front gegen die Pick-Up-Artist-Szene – von Menschen, die im Nachtleben arbeiten, Hotels, in denen die Seminare stattfinden und Politikern. "Niemand der männlichen Teilnehmer beziehungsweise Coaches möchte wissen, was sich Frauen wirklich wünschen", so die Gruppe.

 

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