Felix Neureuthers Schleudertrauma Christian Neureuther: Mein Sohn wird definitiv nicht starten

Felix Neureuther bricht drei Tage nach seinem Autounfall sein erstes Training auf der Piste ab - und wird nun auch nicht beim Riesenslalom am Mittwoch starten, wie sein Vater Christian Neureuther sagt.

 

Krasnaja Poljana  – Die Chancen von Felix Neureuther auf einen Start im olympischen Riesenslalom sind nur noch minimal - wenn nicht sogar schon passé. "Mein Sohn wird definitiv nicht beim Riesen-Slalom in Sotschi am kommenden Mittwoch starten können", sagt Vater Christian Neureuther der Online-Ausgabe der "Bunten".

Zuvor hatte Felix Neureuther das erste Training nach dem Autounfall am Montag abbrechen müssen. Gleich danach wurde er noch einmal untersucht. Das einzig Positive: Keine neue Verletzung.

Dem niedergeschlagenen Felix Neureuther läuft auf dem Weg zur erhofften Olympia-Medaille die Zeit davon. "Das ist natürlich ein Rückschlag, aber ich werde alles tun, um schnellstmöglich wieder gesund zu werden", erklärte Neureuther, der auch noch einmal zur Untersuchung musste.

Eine neue Verletzung wurde bei einer Kernspintomographie nicht diagnostiziert, aber das Schleudertrauma nach Verbandsangaben "reaktiviert".

"Das Thema Slalom wird sich von Tag auf Tag weisen", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier mit Blick auf den Torlauf am Samstag. Seit seinem Unfall leidet der beste deutsche Skirennfahrer an einem Schleudertrauma und einem gezerrten Bandapparat im Halswirbelbereich, prellte sich zudem zwei Rippen.

Bei schlechter Sicht wegen Nebels war das erste Training für Neureuther vorzeitig beendet. "Es ist mir wie aus dem Nichts in den Nacken geschossen. Es war sehr schmerzhaft. Daraufhin habe ich das Training beendet", wurde der achtmalige Weltcupsieger von einem DSV-Sprecher zitiert.

Beim Freifahren sei es noch ganz gut gegangen, bei der zweiten Fahrt mit Stangen traten dann die Probleme auf. "Es geht einfach nicht. Die Nackenmuskulatur stabilisiert den Kopf nicht richtig", sagte Maier.

 Das Trainerteam und die Betreuer seien "traurig", berichtete der Alpindirektor. "Aber die Stimmung selber ist jetzt nicht im Keller deswegen. Gar nicht. Wir sind ja noch der Hoffnung, dass er vielleicht den Slalom fahren kann."

Für die Teamkollegen Fritz Dopfer und Stefan Luitz sei das Training den witterungsbedingten Umständen entsprechend gut gewesen. "Wir wollen immer noch das Ziel erreichen, diese drei Medaillen zu holen. Das steht ganz oben drüber. Natürlich rechnet man die Möglichkeiten und die Chancen durch, das hat sich jetzt mal schlagartig reduziert", erklärte der Alpinchef.

Für Neureuther standnach der abgebrochenen Fahrt wieder die medizinische Betreuung im Mittelpunkt. Die Kernspintomographie sei notwendig gewesen, "um auch ja sicher zu gehen, dass auch nichts anderes in den letzten zwei Tagen aufgetreten ist", sagte Maier.

Einen Tag nach seiner Ankunft in Russland hatte Neureuther schon angekündigt, nur bei gutem Heilungsverlauf an den Start gehen zu wollen. "Auf Biegen und Brechen und dass man ein Risiko in Kauf nimmt, macht wenig Sinn. Es steht am Samstag der Slalom an und da muss man schon sagen, dass ich im Slalom die größeren Chancen habe", sagte Neureuther am Sonntag. "Auf den letzten Drücker – den Fehler werde ich nicht machen. Ich schaue von Tag zu Tag."

 

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