Felix Neureuther Training abgebrochen: "Ein Rückschlag!" Oder schon das Aus?

Felix Neureuther muss das erste Training nach seinem Unfall abbrechen. Die Trainer sind „traurig“, der Vater spricht von „einer Katastrophe“. Auch der Slalom-Start ist extrem gefährdet.

 

Sotschi - Dichter Nebel hängt über dem Trainingshang in Rosa Chutor, aber Felix Neureuther will es einfach wissen. Drei Tage nach seinem Autounfall – Diagnose: Schleudertrauma – wagt sich der Skifahrer am Montagmorgen voller Optimismus auf die Piste. Wie fühlt es sich an? Geht es?

Es geht nicht.

Letztlich ist eine Spurrille schuld, dass Neureuther sein Training abbrechen muss. Zuerst ist er frei gefahren, einfach so drauf los, das geht. Auch einen ersten Lauf durch die Riesenslalom-Stangen bewältigt er. Doch beim zweiten Lauf verschlägt es ihm den Ski – die Spurrille – und den Kopf reißt es ihm zur Seite. „Es ist mir wie aus dem Nichts in den Nacken geschossen“, erzählt Neureuther hinterher. „Es war sehr schmerzhaft.“

Und ihm ist schnell klar: So wird das nichts. Er bricht das Training ab. Mit hängendem Kopf verlässt er den Hang. Eine weitere Kernspinuntersuchung ergibt zwar keine neueren Verletzungen, aber das Schleudertrauma habe sich reaktiviert. „Es geht einfach nicht. Die Nackenmuskulatur stabilisiert den Kopf nicht richtig“, sagt Alpinchef Wolfgang Meier. Er wirkt sehr geknickt.

„Das ist ein Rückschlag“, sagt Neureuther, „aber ich werde alles tun, um schnellstmöglich wieder gesund zu werden.“ Ein Start am Mittwoch? Nahezu ausgeschlossen. Zu „Bunte.de“ sagt Vater Christian Neureuther: „Mein Sohn wird definitiv nicht beim Riesenslalom starten können“, und: „Es ist eine Katastrophe.“

Später rudert er zurück: „Man sollte die Hoffnung nie aufgeben.“ Medaillenchancen im Riesenslalom hat Neureuther so ohnehin keine. Und die Goldchancen für Samstag, für den Slalom, sind auch in den Keller gefallen. „Das ist schon extrem heftig“, hadert Maier mit dem Schicksal. „Felix ist in der Form seines Lebens – und dann passiert ihm dieser Unfall.“ Diese Fahrt zum Flughafen am Freitagmorgen, als Neureuther bei Glätte die Kontrolle über seinen Audi verlor, die Leitplanke traf.

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Das Trainerteam und die Betreuer seien „traurig“, berichtet der Alpindirektor. „Aber die Stimmung ist jetzt nicht im Keller deswegen. Gar nicht! Wir sind ja noch der Hoffnung, dass er vielleicht den Slalom fahren kann." Und es gibt noch Fritz Dopfer und Stefan Luitz, die im Riesenslalom an den Start gehen. Drei Medaillen waren das große Ziel. „Das steht ganz oben drüber. Natürlich rechnet man die Chancen durch, das hat sich jetzt mal schlagartig reduziert“, sagt Maier.

Neureuther bleibt das Prinzip Hoffnung. „Wir werden alles versuchen, um ihm wenigstens eine Chance auf einen Start zu ermöglichen“, sagt Maier. Es klingt wenig optimistisch. Ein Schleudertrauma ist eben heimtückisch, die Beeinträchtigung an der Halswirbelsäule samt gezerrtem Bandapparat nicht zu unterschätzen.

Er hat Schmerzen, ihm ist ab und an immer noch schwindelig. „Ich kann den Kopf nicht richtig bewegen und die Wirbelsäule tut insgesamt weh“, sagte Neureuther am Sonntag und beschrieb es so: „Man ist wie ein Roboter unterwegs und fühlt sich ein bisschen damisch.“ Aus der Traum? „Offenes Ende“, sagt Cheftrainer Charly Waibel.

 

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