Feiertage in Bayern Christen feiern 500 Jahre Reformation und Allerheiligen

An Allerheiligen versammelten sich viele Katholiken auf den Friedhöfen und gedachen der Toten. Foto: dpa

Zwei Feiertage hintereinander in Bayern: Am Dienstag feierten die Christen, dass Martin Luther vor 500 Jahren die Reformation einläutete. Am Tag darauf versammelten sich Tausende Katholiken zu Allerheiligen auf den Friedhöfen.

 

München - Die Christen in Bayern haben diese Woche gleich zwei Feste mit eigenen Feiertagen gefeiert. Am Dienstag versammelten sich Protestanten und Katholiken vielerorts zu gemeinsamen Gottesdiensten, um an 500 Jahre Reformation zu erinnern. Mittwoch war dann wie jedes Jahr am 1. November Allerheiligen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sagte am Reformationstag in der Nürnberger Lorenzkirche: Man feiere bewusst anders als in den vergangenen Jahrhunderten, nämlich ein "Christusfest, das unseren Blick jenseits der konfessionellen Grenzen neu auf den einen Herrn unserer Kirche richtet". Die Konfessionen hätten dazugelernt.

Einmaliger Feiertag in Bayern

Am 31. Oktober 1517 hatte der Augustinermönch Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen veröffentlicht und damit die Reformation sowie die Kirchenspaltung eingeläutet. 500 Jahre später war der Reformationstag nun ein einmaliger Feiertag in Bayern.

Bedford-Strohm sagte weiter, man habe im Jubiläumsjahr die dunklen Seiten in Luthers Denken wie seine Hetzreden gegen Juden klar benannt und um Vergebung gebeten. "Reformation 2017 - das heißt auch, den alten unseligen christlichen Antijudaismus hinter uns zu lassen, der den tödlichen antisemitischen Rassenlehren Nahrung gegeben und soviel Leid angerichtet hat", sagte der bayerische Landesbischof.

Während der Reformationstag bundesweit ein gesetzlicher Feiertag war, hatten am Mittwoch nur in überwiegend katholischen Bundesländern die Geschäfte geschlossen und Angestellte frei - darunter auch in Bayern. Traditionell feiern Katholiken am 1. November das Fest Allerheiligen.

Tausende Gläubige kamen vielerorts nach Gottesdiensten auf den Friedhöfen zusammen, um die Gräber ihrer Familienangehörigen segnen zu lassen. Im Freistaat ist Allerheiligen ein «stiller Tag», an dem öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen weitestgehend verboten sind.

 

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