FCN-Keeper Schäfer "Es wird ein schweres Jahr"

Wohin geht der Weg des Club? Für Raphael Schäfer (l.) eher leicht abwärts, für Kapitän Andy Wolf vielleicht zu einem anderen Verein. Foto: Wolfgang Zink

NÜRNBERG Der Erfolg weckt halt Begehrlichkeiten. Dagegen kann sich auch der Club nicht wehren. Oder etwa doch? Die aktuelle Spielzeit ist noch nicht zu Ende, da versucht Führungsspieler Raphael Schäfer mit Blick auf die nächste Spielzeit bereits, energisch auf die Euphorie-Bremse zu treten. Denn an eine zwangsläufige Wiederholung dieser „sensationellen Saison” glaubt der FCN-Keeper nicht: „Das wird ein schweres Jahr. Wenn wir irgendwo zwischen neun und elf landen, wäre es richtig gut. Mit Platz sechs dürfen wir jedenfalls nicht mehr rechnen.”

 

"Es wird wieder ein großer Umbruch"


Zum einen, weil die Millionen-Truppen aus Wolfsburg, Stuttgart, Bremen oder Schalke laut Schäfer kaum noch einmal so eine miese Saison spielen werden. Vor allem aber, weil eine verschworene Gemeinschaft, die den Club heuer ausgezeichnet hat, sich erst wieder finden muss. Denn, auch wenn Trainer Dieter Hecking und Manager Martin Bader in Sachen Kader-Planung ihre Hausaufgaben bereits weitgehend gemacht haben, weiß Schäfer: „Es wird wieder ein großer Umbruch.”
Bislang verlassen sechs Profis den Club. Womöglich kommt mit Kapitän Andy Wolf noch ein weiterer dazu. Kein Wunder also, dass Schäfer warnt: „Es gehen ja auch einige Stammspieler.”
Ein Julian Schieber (sieben Tore, neun Vorlagen), der zurück zum VfB Stuttgart muss, wurde bereits durch die Neuzugänge Tomas Pekhart (FK Jablonec, 1,5 Millionen Euro Ablöse) und Alexander Esswein (Dynamo Dresden, 200.000 Euro) ersetzt. Noch mehr schmerzt allerdings der Verlust des dynamischen Mittelfeld-Duos Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund) und Mehmet Ekici (FC Bayern). Denn bislang steht für die zentrale Position nur das 20-jährige Nachwuchs-Talent Manuel Zeitz von Drittligist FC Saarbrücken als Neuzugang fest. Ein weiterer Kreativer soll zwar noch kommen, aber Hecking warnte unlängst im AZ-Interview: „Wir werden einen langen Atem brauchen.”

"Wir brauchen schnell ein Polster"


Und selbst dann gibt es laut Schäfer noch viel zu tun. Mit der bloßen Verpflichtung der Wunschkandidaten ist die Arbeit längst nicht getan. Viel wichtiger sei es, „dass wir die neuen Spieler schnellstmöglich auf unser Niveau bekommen”, betont der Torhüter. Für ihn entscheidend für einen guten Start in die neue Saison: „Wir brauchen schnell ein Polster.” 

 

36 Kommentare