FCBB-Geschäftsführer im Interview Marko Pesic: "Wenn Lo will, kann er sofort verlängern"

Marko Pesic, Geschäftsführer der Basketballer des FC Bayern. Foto: firo

FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic spricht im AZ-Interview über die "Standortbestimmung" gegen Alba Berlin – und lobt Maodo Lo.

 

München - Der 42-jährige Ex-Profi Marko Pesic ist mittlerweile Geschäftsführer des FC Bayern Basketball.

AZ: Herr Pesic, der Sieg der Bayern-Basketballer gegen Real Madrid (95:86) vergangene Woche wäre doch eigentlich einer gewesen, um richtig in die Saison reinzukommen, oder? Es folgte allerdings zwei Tage später eine 60:93-Niederlage bei Baskonia.
MARKO PESIC: Ich bin zunächst mal froh und stolz, dass sich bei uns bislang noch keiner wirklich über die Verletzungen beklagt hat. Und uns fehlten in Vítoria nun schon vier Spieler, die eigentlich zu den ersten Fünf gehören. Es war ein super Sieg gegen Real. Man muss der Mannschaft aber ein bisschen Zeit geben. Wir haben schließlich auch fünf Nationalspieler, die im Sommer die WM gespielt haben und aktuell vier verletzte Spieler. Bis jetzt machen es die Jungs super. Ich hoffe, dass sie so weitermachen. Die Euroleague ist ein Marathon – und kein Sprint. Wir haben eine Million Spiele. Da darf man den Sieg gegen Real Madrid auch nicht überbewerten.

Am Freitag spielt Bayern nun bei Fenerbahce und zwei Tage später gegen Alba Berlin. Wird das Wochenende also zur ersten Standortbestimmung?
Die Standortbestimmung ist Alba Berlin. Da müssen wir sehen, wo wir in der Bundesliga stehen, denn Alba spielt momentan sehr gut. Wir sind spielerisch noch nicht so sehr gut, aber gut genug, dass wir Real Madrid schlagen (lacht). Wir sind noch weit weg von unserem Limit. In der Euroleague haben wir jetzt drei Auswärtsspiele hintereinander, da sollten wir am besten eins gewinnen.

Pesic: "Wenn wir Erster bleiben wollen, dann müssen wir Alba schlagen"

Das Alba-Spiel ist also das wichtigere?
Die Bundesliga ist mir sehr wichtig und speziell dieses Spiel. Denn ich weiß nicht, gegen wen Alba sonst noch in der BBL verlieren sollte. Da sehe ich eigentlich keinen. Wenn wir Erster bleiben wollen, dann müssen wir Alba schlagen.

Wie sehen Sie denn die Point-Guard-Situation bei Bayern aktuell?
Da philosophieren alle viel zu viel. Im Sport gibt es etwas, das ganz normal ist: Dass man mal nicht gut in Form ist. Das kommt mal vor. Die Aufbauspieler von Real Madrid haben doch mit unseren ganz gut mitgehalten, oder (lacht)? Maodo Lo macht das exzellent. Wir wollten dieses Jahr sehen: Kann Maodo Aufbauspieler bei Bayern München auf diesem Niveau sein? Er kann’s! Wenn TJ Bray zurückkommt, haben wir noch einen weiteren guten Aufbauspieler. Maodo weiß noch gar nicht, wie gut er ist. So langsam kitzeln wir das alles aus ihm raus.

Wie denn?
Er muss noch mehr aus sich rauskommen. Als Aufbauspieler muss man den Mund aufmachen, dirigieren, vielleicht auch mal seine Mitspieler anschnauzen. So übernimmt man Verantwortung. Manche Spieler tun sich damit schwer, es gibt leise und laute. Maodo ist irgendwas dazwischen. Er spielt viele Minuten, was ich sehr gut finde, und bis jetzt eine Super-Saison.

Lo könnte seinen Vertrag bei Bayern sofort verlängern

Muss er aufgrund der Personallage nicht sogar zu viele Minuten spielen?
Er spielt so viele Minuten, weil er sehr gut spielt. Und so lange das so ist, muss er die auch spielen. Wir geben ihm die Chance dazu. Wenn er sich gut fühlt, auch mal über 35 Minuten.

Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Ist es das Ziel, ihn als deutschen Aufbauspieler möglichst lange zu halten?
Wenn er will, kann er seinen Vertrag sofort verlängern. Für fünf Jahre! (lacht)

Überlegungen, noch Verstärkung für die Point-Guard-Position zu verpflichten, gibt es also nicht?
Warum sollten wir das tun? DeMarcus Nelson macht viele Sachen, die vielleicht nicht so gesehen werden. Er war nicht gut in Form, aber was passiert, wenn er sie erst findet? Man muss Geduld mit den Spielern haben. Wenn du dich für einen Spieler entscheidest, musst du ihm Selbstvertrauen, Geduld und das Zeichen geben: Wir glauben an dich. Wir haben 80 Spiele und da hat jeder Spieler das Recht, mal eine Phase zu haben, in der er nicht gut drauf ist. Der Spieler zahlt dir das Vertrauen doppelt zurück. Gegen Madrid hat Nelson zum Beispiel ein überragendes Spiel gemacht. Und TJ Bray kommt hoffentlich bis Weihnachten zurück, auch wenn er dann noch ein bisschen Zeit brauchen wird, bis er richtig in Form ist.

Lesen Sie hier: Euroleague-Debakel für Bayerns Basketballer

 

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