FC Bayern Torwartlegende Sepp Maier adelt Neuer: „Er ist mein Weltfußballer“

Torwart-Legende Sepp Maier schwärmt von Welttorhüter Manuel Neuer. Foto: dpa/AZ

Bayerns Torwart-Legende ist ein großer Fan des Münchner Keepers Manuel Neuer. „Der Perfekteste von allen, dazu ein absoluter Sympathieträger.“ Für den 70-Jährigen ist Neuer sogar besser als Messi und Ronaldo.

 

AZ-Interview mit Sepp Maier

Der 70-Jährige war Europameister 1972 und Weltmeister 1974. Er spielte von 1962 bis 1979 beim FC Bayern, wurde unter anderem vier Mal Deutscher Meister.

AZ: Herr Maier, bestimmt haben Sie am vergangenen Samstag auch Manuel Neuers Zauberpass beim 4:0-Sieg der Bayern in Frankfurt gesehen.

SEPP MAIER: Den Absatzkick? Freilich, habe ich. Das zeugt von einem super Selbstvertrauen. Neuer spielt seit langem überragend, da gelingt momentan alles. Da hat es zwar schon 3:0 geheißen, aber: Der weiß genau, was er tut. Er hat ja selbst gesagt: Anders hätte er ihn nicht mehr zum Mitspieler rübergebracht. Das war kein Zufall, sondern Können.

Hätten Sie den früher genauso weitergespielt?

Wahrscheinlich nicht. Aber: Wir sind früher auch rausgelaufen und 20, 25 Meter vor dem Tor gestanden. Damals, als der Franz (Beckenbauer, Amn. d. Red.) unser Libero war. Aber er war meistens nicht hinten auf seiner Position, sondern ist vorne rumgekrebst. Dann stand ich eben weit vor dem Tor und habe den ein oder anderen Ball abgefangen.

Über Neuers allgemeine Qualitäten brauchen wir uns gar nicht erst unterhalten...

Wirklich nicht. Neuer ist ein super Fußballer, vom Torwart-spiel her der Perfekteste von allen Torhütern auf der Welt. Er ist beim Herauslaufen stark, fängt Flanken hervorragend ab, auf der Linie sowieso toll. Er kann alles. Daher schätze ich auch sein riskantes Torwartspiel. Ich wüsste nichts, was ich zu kritisieren hätte.

Außer so eine Aktion geht mal daneben...

Jeder Keeper macht mal einen Fehler. Dabei muss man auch sehen, wie viele Tore Neuer schon verhindert hat. Von hundert Mal wäre ein Patzer nicht tragisch. Da hat er schon zehn, zwanzig Tore vereitelt. Alle zwei Jahre kann man so einen verzeihen. Für mich sieht so die Zukunft im Fußball aus – dass alle Keeper so gut ausgebildet sind. Man muss nie Angst haben, dass was schiefgehen könnte. Neuer ist wie Philipp Lahm, Jèrôme Boateng und andere ballsichere Verteidiger immer anspielbar. Das stabilisiert die ganze Mannschaft.

Wann verlieren die Bayern überhaupt mal wieder?

Hoffentlich die ganze Saison nicht! Sie spielen richtig dominant, da muss viel passieren, dass sie ein Spiel verlieren. Der FC Bayern steht da absolut auf einer Stufe mit Barca und Real Madrid. Aber es wird auch wieder eine andere Zeit kommen, wenn nicht mehr alles läuft.

Am 1. Dezember wird die Shortlist für die Wahl zum Weltfußballer auf drei Spieler verkürzt. Muss Neuer nicht zwingend darunter sein?

Absolut. Wenn nicht, sind es Blinde, die diese Wahl entscheiden. Er ist Weltmeister und Welttorhüter geworden. Dazu musst du auch in einer super Mannschaft spielen, national und international ganz oben dabei sein. Das gehört alles zusammen. Und all dies ist bei ihm gegeben. Ein weiteres Kriterium: Er ist nach außen ein absoluter Sympathieträger, sehr ruhig und nie abgehoben. Es nutzt nix, wenn du ein super Torwart bist und das ganze Jahr lang Mist redest.

2013 hat schon ein überragender Franck Ribéry erfolglos versucht, in die Phalanx von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo vorzustoßen. Wie soll es da Neuer schaffen, als erster Keeper überhaupt zum Weltfußballer gekürt zu werden?

Gut, Messi und Ronaldo spielen seit Jahren überragend. Aber Philipp Lahm und auch Arjen Robben haben eine super WM gespielt. Sie hätten es aus meiner Sicht mehr verdient. Und warum sollte es nicht Neuer werden?

Hört sich so an, als hätten Sie Ihre Favoriten beisammen. Neuer, Lahm und Robben. In dieser Reihenfolge?

In dieser Reihenfolge.

 

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