FC Bayern „Sie macht ihren Besitzanspruch geltend“

Wahiba (l.), die Gattin von Bayern-Star Franck Ribéry, war am Mittwoch in der Allianz Arena - trotz des Fehltritts ihres Mannes. Foto: sampics/Augenklick

Wie Wahiba Ribéry, die am Mittwoch sogar in die Allianz Arena kam, um ihren untreuen Mann Franck kämpft – Diplom-Psychologin Schoch erklärt’s.

 

AZ: Frau Schoch, am Mittwoch saß Wahiba, die Frau des in einen Sexskandal verwickelten Bayern-Stars Franck Ribéry, auf der Tribüne in der Allianz Arena – als wäre nichts geschehen. Warum macht eine betrogene Ehefrau so etwas?

ANNA SCHOCH: Sie macht damit ihren Besitzanspruch geltend. Sie zeigt, dass sie zu ihrem Mann steht und seine legitime Partnerin ist. Die meisten Frauen kämpfen in einem solchen Fall um ihren Mann.

Und Sie glauben nicht, dass sie leidet?

Weh tut das natürlich auf jeden Fall. Aber ich denke, dass sie das richtig macht, dass sie so ihre Stärke demonstriert. Wenn es um Prominente, auch um erfolgreiche Fußball-Profis geht, sollte man sich nichts vormachen. In einem solchen Umfeld sind allerlei Skandälchen leider üblich geworden. Es gibt da für Ehefrauen emotional viel schlimmere Fälle. Egal, ob es sich um Politiker, Geschäftsleute oder Sportler handelt. Ich will keine Namen nennen, um alte Wunden nicht wieder aufzureißen.

Wie meinen Sie das?

Es ist doch etwas anderes, ob er zu einer Prostituierten geht oder ob es sich um eine gefühlsbeladene Affäre handelt. Fußballer, die in ihrem Job stets unter Druck stehen, werden ständig in Versuchung geführt. Den Jungs werden sexuelle Abenteuer quasi als Entspannung angeboten. Ich will die Folgen nicht verharmlosen, aber die Damen werden angeboten, wie eine Wellness-Maßnahme.

Das macht die Sache moralisch aber nicht besser...

Das ist doch Heuchelei! Die gesamte Gesellschaft wird permanent mit Pornographie bombardiert. Überall! Wieso sollten dann ausgerechnet erfolgreiche Fußballstars solche Angebote ablehnen. Die Vorstellung von der ewigen Treue ist in einem solchen Umfeld eine romantische Idee, sie kollidiert aber ständig mit der Wirklichkeit. Man verlangt vom Sportler faires Verhalten und ein untadeliges Leben, aber draußen warten unzählige Frauen - und viele davon sehen sehr gut aus, sind schlagfertig und wissen genau, was sie wollen. Sie versuchen das „Alphamännchen“ zu bekommen. Da herrscht ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Rücksicht darauf, dass der Mann verheiratet ist, wird heute nicht mehr genommen. Und dann sollen sich diese Männer, die meist selbst ja noch sehr jung sind, in Askese und Mönchstum üben? Das ist wirklich viel verlangt.

Das heißt, dass es bei den Ribérys nicht zwingend auf eine Trennung hinausläuft?

Das kann man von außen nicht beurteilen, aber es muss durchaus nicht sein. Es wird schon einen anständigen Krach geben. Aber wenn eine Frau klug ist, steht sie darüber. Es ist doch so: Die meisten Männer sind loyal zu ihrer Familie, zu ihren Kindern und der Mutter der Kinder, aber treu sind sie deshalb nicht unbedingt. Wahrscheinlich wird so etwas auch wieder mal vorkommen. Eine kluge Frau denkt sich vielleicht: Da habe ich lieber ein spannendes Leben mit einem erfolgreichen Mann, der auch mal nicht ganz treu ist, als mit einem langweiligen Nichts, der genauso Versuchungen erliegt wie jeder andere auch. Wie heißt es so treffend? Treue ist hauptsächlich Mangel an Gelegenheit! Oder: Gelegenheit macht Diebe!

O.A.

 

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