FC Bayern Sammer: "Gott sei Dank kein Finale dahoam"

FC-Bayern Sportvorstand Matthias Sammer Foto: dpa

In der Pressekonferenz spricht FC-Bayern-Sportvorstand Mattias Sammer über die Schlüssel-Faktoren fürs Finale, Druck, Titelgedanken und ein mögliches Elfmeterschießen

 

Matthias Sammer über...

...das Vorgeplänkel: „Ich habe noch kein Finale mit Reden gewonnen. Ein Finale sollte man nutzen, um Orientierung zu schaffen. Die beste Orientierung ist diese Saison. Natürlich bekommt man nichts für diese Saison geschenkt. Aber das Ergebnis in London wird ein Produkt aus dem sein, was uns stark gemacht hat. Es kommt auf Details, auf viele Kleinigkeiten an. Man muss sich trotzdem seiner Sache sicher sein, dass man dieses Spiel gewinnt.“

...die drei Key-Faktoren fürs Finale: „Wir müssen das abrufen, was uns die ganze Saison über stark gemacht hat: Die Ausstrahlung der Führungsspieler, unser Wirken gegen den Ball und unsere Stärke in Ballbesitz.“

...Druck: „ Wir sind immer krampfhaft etwas hinterher gerannt. Mit Abstand habe ich letztes Jahr wahrgenommen, dass es einzig um das ‚Finale dahoam’ ging und dass man es gewinnen muss. Ich habe dabei aber immer ein bisschen das ‚Wie’ vermisst. Jetzt haben wir Gott sei Dank kein ‚Finale dahoam’, es ist keiner gesperrt. Wir müssen nur darüber reden, wie wir dieses Finale spielen müssen, wie wir auftreten müssen.“ Wir müssen den Dingen nicht hinterher rennen, sie kommen zu einem – wenn man top vorbereitet ist und an die eigene Stärke glaubt.“

...den Ablauf vorher: „Eine gewisse Normalität ist wichtig. Jupp Heynckes wird die richtige Ansprache wählen. Bis zum Finale muss er ein ganz feines Gespür haben. Aber so, wie ich ihn kennengelernt habe, gibt es keinen, der ein besseres Gefühl für die Mannschaft haben könnte.“

...Titel-Gedanken: „Wenn man morgens aufwacht, merkt man, dass Vorstellungen kommen. Manche verunsichern einen, manche geben einem Orientierung. Die wichtigste Botschaft ist: eine Gelassenheit zu entwickeln, die Spannung langsam aufzubauen. Manche denken vielleicht: ‚Hoffentlich gewinnen wir dieses Spiel.’ Was ist das denn für ein Blödsinn? Man muss sich immer wieder fragen: Was hat uns denn stark gemacht?“

...ein mögliches Elfmeterschießen: „Den funktionellen Ablauf kann man trainieren, aber die nervliche Konstellation kann man nicht im Training simulieren. 2012 war nach 120 Minuten der ein oder andere Spieler nicht bereit, im Elfmeterschießen anzutreten. Die Dinge haben sich geändert.“

...sein Verhalten an der Seitenlinie: „Ich wüsste nicht, wieso ich versprechen sollte, 90 Minuten ruhig zu bleiben. Wer zu mir in meine Zone kommt – herzlich Willkommen. Fußball ist ein wunderbares Spiel, das von der Emotion und der Begeisterung lebt.“

...Antipathie ihm gegenüber aus Dortmund: „Ich strebe irgendwann an, dass mich nicht nur meine Familie, sondern die ganze Nation liebt, aber irgendwie gelingt es mir nicht. Ich arbeite sehr hart daran... Wir gehen unseren Weg – und zwar so, wie wir ihn für richtig halten. Mich interessiert nicht, was andere über uns sagen.“

...das Transfergebahren der Bayern: „Unser Auftreten war grundsätzlich korrekt. Und die Dinge des Geschäfts haben wir nutzen können, weil man uns gelassen hat.“

 

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