FC Bayern München Champions-League-Auslosung: Lieber Diva oder Alte Dame?

Mögliche Bayern Gegner: Basel, Juventus, Arsenal, Donezk und Paris. Foto: AZ-Montage | dpa

PSG, Juve, Arsenal, Basel oder Donezk: Auf eine dieser fünf Mannschaften trifft der FC Bayern im Achtelfinale der Champions League. Für die AZ macht Christian Nerlinger den Gegner-Check.

 

München - Same procedure as every year? Also Arsenal? Mal wieder Basel? In die Ukraine? Ein Rendezvous mit der „Alten Dame“ Juventus? Oder doch Paris? Oh, la la!

Denn dieses Los hätte natürlich ein Geschmäckle, wäre ein ganz explosives Gemisch. Pep Guardiola gegen Zlatan Ibrahimovic – sprich FC Bayern gegen Paris St. Germain. Ein Achtelfinale der Champions League voller Emotionen und zugleich die schwierigste wie reizvollste Aufgabe (aus Sicht der Fans auch touristisch).

Zlatan und Pep – mehr Feindschaft geht kaum. Der Schwede hatte einst eine Saison unter Pep Guardiola beim FC Barcelona gespielt (2009/10) und ihm danach nur Schmutz hinterher geworfen, etwa: „Er ist feige. Er ist kein Mann. Er hat keine Eier.“

Nach dem 3:0 der Bayern gegen ZSKA Moskau beschäftigten sich die Spieler auch mit dem Gegner im Frühjahr (Achtelfinal-Hinspiele 17./18. sowie 24./25. Februar und Rückspiele 10./11. und 17./18. März). Fünf Vereine, fünf Gruppenzweite, sind potenzielle Bayern-Gegner bei der Auslosung am Montag (12 Uhr, Eurosport live). „Paris, Juventus, Arsenal, das sind drei Super-Mannschaften“, sagte Arjen Robben und ließ Basel wie Donezk aus. „Ich glaube, dass auch keiner so gerne gegen uns spielt“, sagte Bastian Schweinsteiger.

Die AZ befragte Christian Nerlinger (41). Bayerns Ex-Profi, ab Juli 2008 Teammanager und ein Jahr später bis Juni 2012 Sportdirektor. Der Gegner-Check fürs Achtelfinale:

Paris St. Germain:

„Sie haben herausragende Spieler, Ibrahimovic da vorne ist die Diva. Natürlich können die Franzosen mal in einer Partie über sich hinauswachsen, aber ich weiß nicht, wie das Team auf allerhöchstem europäischen Niveau funktioniert“, sagt Nerlinger über den aktuellen Tabellen-Zweiten der Ligue 1 in Frankreich (hinter Marseille). „Der dickste Brocken ist Paris“, urteilte Torhüter Manuel Neuer und Nerlinger meinte: „Wenn man es sich aussuchen könnte: eher nicht.“ Bayern traf zuletzt in der Vorrunde 2000/01 auf PSG: 0:1/2:0. Im Prinzenpark verlor man alle drei bisherigen Duelle.

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Juventus Turin:

Italiens Rekordmeister ist für Nerlinger „eine unangenehme Mannschaft, nicklig, daher schwierig zu spielen – sollte aber bei der Qualität der Bayern kein Problem sein“. Stars der Juve: Torwart Gigi Buffon (36) und Altstar Andrea Pirlo (35), beide Weltmeister von 2006. Nerlinger: „Wie man auch am AS Rom gesehen hat: Der italienische Fußball liegt total brach, man setzt immer noch lieber auf veraltete Stars anstatt auf junge Talente.“ Letztes Juve-Duell mit Bayern 2012/13 im Viertelfinale: 2:0/2:0.

FC Arsenal:

Die Engländer mit dem DFB-Trio Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski waren bereits im Achtelfinale 2014 (2:0, 1:1) und 2013 (3:1, 0:2) Bayerns Gegner. „Sie haben über all die Jahre keinen Killerinstinkt entwickelt“, urteilt Nerlinger. „Spielerisch ein gutes Team. Aber wenn es darauf ankommt, ohne großen Titelhunger. Sie spielen gefälligen Fußball, jedoch zu wenig zielorientiert. Özil ist immer noch nicht richtig angekommen. Mir scheint, dass die 50 Millionen Euro Ablöse weiter auf ihm lasten.“

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FC Basel:

Der Schweizer Abo-Meister mit Torjäger Marco Streller setzte sich in der Vorrunde gegen den FC Liverpool durch. „Es ist beeindruckend, die machen das richtig gut, obwohl sie ihre Top-Stars immer wieder verkaufen müssen“, analysiert Nerlinger, „die Struktur stimmt, das Scouting ist sehr gut, alles sehr sympathisch.“ Gegen Bayern hieß es für Basel im Achtelfinale 2012 zuletzt 1:0 und 0:7.

Schachtjor Donezk:

Der ukrainische Meister muss wegen des Kriegszustands in der Heimat in Lwiw an der polnischen Grenze spielen. Superstar Luiz Adriano aus Brasilien erzielte bereits neun Tore in dieser Königsklassen-Saison. Nerlinger: „Sie sind froh, dass sie dabei sind. Ihre Südamerika-Philosophie ist ungewöhnlich.“ Donezk hat 13 (!) Brasilianer im Kader. Sein Fazit: „Donezk wegen der Reise lieber nicht. Aber es ist eh egal. Keiner der fünf Teams kann Bayern das Wasser reichen.“

 

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