FC Bayern Lex Schweinsteiger? Der Boss kommt davon

So lief es ab: Schweinsteigers Attacke gegen Diego beim 1:0 gegen Wolfsburg. Foto: sampics/AK, ARD

Bayerns Mittelfeldchef stößt Wolfsburgs Diego um und sieht Gelb. „Für mich ist es Rot”, sagt Ex-Kollege Olic. Paul Breitner sagt: "Kein Promi-Bonus!"

 

MÜNCHEN Die gute Nachricht für Bastian Schweinsteiger lautet: Ihm kann nichts mehr passieren, er kann für seinen Aussetzer beim 1:0 gegen Wolfsburg, als er Diego von hinten mit den Händen im Nacken attackierte, nicht nachträglich gesperrt werden.

Da Schiedsrichter Bastian Dankert die Szene abgepfiffen und Schweinsteiger die Gelbe Karte gezeigt hat (Tatsachenentscheidung!), wird das Sportgericht nicht nachträglich ermitteln. Der Vize-Kapitän der Bayern, der sich zu der Szene in der 26. Minute nicht äußern wollte, musste lediglich Vorwürfe und Anschuldigungen von den Wolfsburgern über sich ergehen lassen.

Allen voran von Opfer Diego. „Ich habe einen Kontakt in meinem Nacken gespürt. Er trifft mich im Rücken und am Kopf.“ Der Brasilianer, der eine Minute später für ein hartes Einsteigen gegen Lahm selbst die Gelbe Karte sah, sagte weiter: „Es ist manchmal schwer zu verstehen, wie die Schiedsrichter entscheiden und hart zu akzeptieren.“

Wölfe-Trainer Hecking tobte: „Das war Dunkelgelb. Und Basti weiß, dass das nicht in Ordnung war.“ Diegos Mitspieler Ivica Olic, bis 2012 ein ehemaliger Kollege von Schweinsteiger, klagt an: „Es ist für mich Rot. Er hat ihn getroffen, der Ball war nicht in der Nähe.“ Stimmt. War es ein Promi-Bonus von Schiedsrichter Dankert, der zum ersten Mal ein Bayern-Spiel pfiff? Olic: „Wenn Diego das gemacht hätte, wäre es Rot gewesen.“ Eine Lex Schweinsteiger?

Dem widerspricht Bayerns Markenbotschafter Paul Breitner gegenüber der AZ energisch: „So ein Schmarrn! Im Gegenteil! Zu meiner Zeit gab’s noch so einen Promi-Bonus, auf dem Platz für Nationalspieler und im öffentlichen Leben generell. Heute hat es sich umgedreht, es gibt nur noch einen Promi-Malus.“ Heißt: Schiedsrichter Dankert habe Bayern keinesfalls bevorteilt.

„Sky“-Experte Stefan Effenberg, ein Schweinsteiger-Spezl, sagte dagegen: „Es war kein Schlag, einen Schlag musst du ahnden. Es ist ein Drücken, Schieben, Wischen. Man könnte Rot geben.“ Ex-Weltschiedsrichter Markus Merk verteidigte Dankert bei „Sky“: „Die Entscheidung war richtig. Ich hätte genauso entschieden. Rot wäre überzogen gewesen.

 

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