FC Bayern Kaiser-Feier in der „Bamperlsendung“

Feierten mit Franz: Manager Marcus Höfl , Waldemar Hartmann, Schauspielerin Doreen Dietel, Fedor Radmann, Dettmar Cramer, Moderator Markus Othmer, Schauspielerin Brigitte Walbrun, Gerd Rubenbauer, Günter Netzer (hintere Reihe, v. l.), Andreas Brehme, Maria Riesch, Marianne Kreuzer und Dieter Kürten (vordere Reihe v.l.). Foto: dpa

MÜNCHEN - Beckenbauers große Gala im „Blickpunkt Sport“.Und das schon vier Tage vor seinem 65.Geburtstag: Lustige Anekdoten, Häme für LotharMatthäus und gute Vorsätze für das Rentenalter.

 

Weil es ein harmonischerAbend war, gab es schonvor der Sendung eine Versöhnung.Zwischen dem Kaiserund dem König, dem GerhardKönig, dem Sechzger-Spieler,der Franz Beckenbauer 1958eine schmierte. Das wurde dielegendärste Watschn derStadtgeschichte, weil derkleine Franze vomSC 1906 darumeben doch nicht zum TSV1860 ging, sondern zu den Bayern.

Jetzt, 52 Jahre später, bekamBeckenbauer von Königam Montagabend keine mehrgescheuert, sondern zwei Bayern-Trikots unter die Nase gehalten.„Franz, kannst da zwoamoiunterschreibn, für meineEnkel?“, fragte König. „Logisch“,sagte der Franz, signierteund meinte noch: „Ja,hamms di oiso aa eiglo'n.“ Ja,hatten sie. Bei „BlickpunktSport“, von Beckenbauer einst„Bamperlsendung“ genannt,gab es nämlich ein Geburtstags-Special. Beckenbauerwird zwar erst am Samstag65, aber einen wie ihn kannman ja nicht lange genugschon vorher feiern.

Viele Ehrengäste waren indie Kulissenstadt nach Dachaugekommen, den Drehort derDaily Soap „Dahoam is dahoam“.Dort saßen sie im fiktivenBrunnerwirt von Lansingund palaverten über alte Zeiten,das warwie immer zu solchenAnlässen recht unterhaltsam.Dettmar Cramer, Bayern-Trainer in den Siebzigern, erzählteAnekdoten aus demDoppelbett, Sportstudio-ModeratorDieter Kürten, wie erden Bald-Jubilar an der Torwandbesiegte, dazu gab eshistorische Bilder von derKindheit in Giesing und vomglücklicherweise einzigen Kinofilm„Libero“. Frei nach demGeradenoch-64-Jährigen reinschauspielerisch eher Obergiesinggegen Untergiesing.

Beckenbauer spülte die Präsentationder alten Sündenaus gut gefüllten Krügen amStammtisch runter und vergaßdabei natürlich auch nichtdie Nennung seines Brauerei-Sponsors mit Stammsitz einpaar Kilometer östlich vonDachau-Lansing: „Hmm, desBier is aber guad.“

Weniger gut waren danndie Ansichten zu Lothar Matthäus,denn über den wurdedann doch noch kaiserlicheHäme ausgeschüttet. Dabeihatte der Rekordnationalspielervia Video Beckenbauernoch gehuldigt: „Ohne ihn wärenwir 1990 nie Weltmeistergeworden, danke Franz“.

Doch zurück in der Wirtschaftlachte Beckenbauer nurund meinte über seinen damaligenKapitän und dessen privateIrrungen: „Er macht halthin und wieder seine Kapriolen,weil er halt so mitteilsamist. Ansonsten ist er ein primaKerl, es ist schade, dass er immermit seinen privaten Geschichtenverglichen wird, dasgeht meistens nicht gut fürihn aus.“ Worauf vier Plätzeweiter links ein unerwartetschlagfertiger Konter vonAndi Brehme kam: „Da hat erja den Franz als Vorbild.“

Doch auch Beckenbauer hatdazu gelernt, so sagte er amEnde noch, er wolle sich künftigmehr um seine kleinen Kinderkümmern, die Erziehungnicht wie bei den ersten Söhnenversäumen. „Da warendie auf einmal so groß wie ichund ich hab gefragt: 'Ja, wokommt's ihr eigentlich her?'Nein, ich werde meine Aufgabendrastisch reduzieren.“

Darum auch eine klare Absage,ähnlich wie die WM2006 auch die Winterspiele2018 ins Land zu holen, nachdem Rücktritt von Willy Bogner. „Naa, einmalreicht, da müssen sich dieOlympioniken drum kümmern.“Und dann, weil er jetztdann doch langsam auf die 70zugeht, meinte er noch: „Ichkomme jetzt ins Rentenalter,jetzt habe ich das Recht, kürzerzu treten.“ Hat er. DerWeltstar hat ja auch viel erlebt,auf seiner bald 65 Jahredauernden Reise, von Giesingbis nach Lansing.

Florian Kinast

 

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