FC Bayern Jungen geschlagen? - Lewandowski: So tickt der BVB-Star

Der Fall Lewandowski und die Folgen: Gegen den Bald-Bayer gibt es eine Anzeige wegen Körperverletzung. Der 25-jährige Pole soll einen Schüler geschlagen haben.

 

Dortmund - Als Robert Lewandowski am Abend zu Hause ankommt, greift er zum Handy und ruft seinen Berater an. Er ist tieftraurig, ärgert sich: „Warum bin ich nur aus dem Auto ausgestiegen?“ Rückgängig machen kann er es nicht mehr. Ändern kann er auch nicht das, was jetzt auf ihn zukommt.

Ein 17 Jahre alter BVB-Fan hat aktuell Anzeige gegen den Polen erstattet – wegen Körperverletzung. Der Junge hatte dem Dortmund-Stürmer wegen seines Wechsels zum FC Bayern den Mittelfinger gezeigt und später behauptet: „Er hat ausgeholt und mir mit dem Handballen vor die Stirn geschlagen.“

Lewandowski bestreitet dies, sieht sich als Opfer einer Schmierenkampagne. „Robert schwört, dass er den Jungen nicht im Gesicht berührt oder gar geschlagen hat“, sagt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Samstag, 15.30 Uhr im Signal Iduna Park. Erstmals nach der Unterschrift unter den Fünf-Jahres-Vertrag beim FC Bayern wird der Stürmer bei einem Spiel ins Dortmunder Stadion einlaufen. Was die Frage aufwirft: Wird es Pfiffe, Beleidigungen, Aktionen und Plakate geben? BVB-Fan Mario Düker hat seit zehn Jahren eine Dauerkarte auf der Südtribüne. Zur AZ sagt er: „Es sind keine großen Aktionen geplant. Vielleicht gibt es vereinzelt Pfiffe, ja, aber sicher nicht in dem Ausmaß wie damals bei Mario Götze (beim 3:0 der Bayern im November, d.Red). Im Gegensatz zu ihm war Robert immer fair und ehrlich zu uns!“ Seit zwei Jahren schon war klar, dass der FC Bayern Lewandowski wollte – und Lewandowski zum FC Bayern.

Eine Frage aber bleibt: Warum ließ sich Lewandowski von dem Schüler (17) überhaupt so provozieren? Warum fuhr er nicht einfach weiter, sondern stieg aus, um ihm die Meinung zu geigen?

Die AZ dokumentiert zwei Vorgänge, die belegen, wie der 25-Jährige wirklich tickt – und was ihn antreibt. Eigentlich ist Lewandowski die Ruhe selbst, introvertiert – doch wehe, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt.

Vorgang 1: Ein Tag im Sommer 2013, Lewandowski steigt in seinen Porsche und fährt zu Watzke. Bei ihm zu Hause geigt er seinem Chef mal so richtig die Meinung. Er fühlt sich betrogen, weil Dortmund plötzlich von dem angeblichen gegebenen Wort, 2013 den Verein verlassen zu können, nichts mehr wissen will. Es kracht richtig.

Vorgang 2: Der 21. Spieltag der Saison 2011/12. Der BVB gewinnt 1:0 gegen Leverkusen – ein Meilenstein auf dem Weg zur späteren Meisterschaft. Doch nach dem Schlusspfiff knallt es in der Kabine! Lewandowski stellt Lucas Barrios zur Rede, der in der 77. Minute für ihn ins Spiel gekommen war. Die beiden gehen aufeinander los, Mitspieler müssen sie trennen. Was war passiert? Barrios, damals Sturmkonkurrent von Lewandowski, hatte bei seiner Einwechslung den üblichen Handschlag mit dem Polen verweigert. Das empfand dieser als respektlos.

Jetzt also die schlimmen Prügel-Vorwürfe, die ihren Ursprung darin haben, dass sich Lewandowski richtig ungerecht behandelt fühlte. In 17 Bundesligaspielen hat er elf Treffer erzielt, trotz Wechselfrust. Von den Fans erwartet er keine Liebe. Was er lediglich erwartet: Respekt.

 

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