FC Bayern im Pokal-Finale Meister Dortmund als Vorspeise

Im Pokalfinale: Der FC Bayern und Borussia Dortmund. Foto: firo

Vor dem Spiel der Spiele gegen Chelsea steht für die Bayern das „kleine Finale” gegen Dortmund. Hier erklären Neuer und Ribéry, warum auch der DFB-Pokal unbedingt gewonnen werden muss

 

München - Am Dienstag hatte man es sich noch einmal gemütlich gemacht auf dem Trainingsplatz der Dortmunder. Rein in die Trikots, Aufstellung genommen und: Bitte lächeln! Ein wenig gestellt der Jubel, aber bitte. Meister ist Meister. Weil ein offizielles Erinnerungsfoto mit dem gesamten Kader im samstäglichen Feierchaos nach dem 4:0 gegen Freiburg im Signal-Iduna-Park unmöglich war, holten die Helden dies nun nach. Samt Schale.

Ab sofort zählt jedoch nur noch die Zukunft: das Double soll es sein, erstmals in der 103-jährigen Vereinsgeschichte. Für das Duell am Samstag (20 Uhr, ZDF und Sky live) gegen den Pokal-Rekordsieger FC Bayern in Berlin meldete man: alle Profis an Bord, außer Patrick Owomoyela. „Es ist eines der größten Spiele in Deutschland der vergangenen Jahre. Wir empfinden pure Vorfreude”, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp am Mittwoch.

Historisch könnte der Triumph für die Bayern-Profis nicht werden, bei der 18. Finalteilnahme winkt der 16. Pokalsieg. Na, und? Könnte man meinen. Denn: Eine Woche später ist Chelsea. Das Champions-League-Finale in der Fröttmaninger Arena, das Spiel des Lebens für manchen Bayern-Profi. Man will sich am Samstag jedoch nicht den Appetit verderben, nicht die Stimmung verhageln. „Der Ausgang des Pokalfinales wird natürlich die Stimmung in der nächsten Woche beeinflussen”, glaubt Torhüter Manuel Neuer. Daher gilt an der Säbener Straße die Losung: Der Meister als Vorspeise.


Da wäre ja auch noch etwas aufzuarbeiten. Schlappe vier Schlappen in der Bundesliga. Zuletzt das 0:1 am 11. April in Dortmund, das den Bayern die letzten Hoffnungen auf den Titel kostete. In der Hinrunde traf Mario Götze zu Dortmunds 1:0 in der Allianz Arena. „Es waren Spiele, die unentschieden hätten ausgehen können”, sagt Neuer, „es waren glückliche Siege, keine verdienten.” Was auch mal gesagt werden musste. Anders in der Vor-Saison: Da siegte der BVB mit 2:0 im Heimspiel und in München mit 3:1. Neuers Taktik: „Ich kann mich an die vier Niederlagen gar nicht erinnern.” Genau. Think pink! „Wir denken jetzt nur an das eine Spiel, wir sind heiß.” Seine Logik, warum es im fünften Anlauf klappt: „Wir haben in München verloren, in Dortmund. Jetzt müssen wir’s in Berlin packen.” Der Torhüter ist Titelverteidiger, gewann mit Schalke letztes Jahr 5:0 gegen den MSV Duisburg. „Jetzt möchte ich ihn verteidigen.” Gegen Schwarz-Gelb. Für den gebürtigen Gelsenkirchener gäbe es nichts Schöneres.


Fünf Pleiten – nicht mit den Bayern! „Das ist ein großes Spiel. Es ist sehr wichtig, dass wir gewinnen. Ich habe keine Angst, ich glaube, die Mannschaft hat keine Angst”, betonte Franck Ribéry vor dem Duell mit den Dortmundern, „noch einmal verlieren – das geht nicht”.


Auch für Trainer Jupp Heynckes, der am Mittwoch seinen 67. Geburtstag feierte. Neuers Geschenktipp: „Zwei Titel!” 

 

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