FC Bayern gegen Bremen Felix Kroos: Toni kommt auf seinen Arm

Felix Kroos, der für Werder Bremen spielt. Foto: firo/Augenklick

Der Bremer Felix Kroos spricht über seinen Bruder Toni Kroos, den Bayern-Star, und ihre gemeinsame Kindheit in Rostock.

 


AZ: Felix Kroos, am Samstag spielt Ihr Bruder Toni mit Bayern bei Werder – doch erneut gibt es kein Bruderduell.

FELIX KROOS: Es ist wie verhext, irgendwie soll es nie sein, dabei warte ich schon so lange darauf! Vielleicht habe ich vorher zu viel darüber geredet. Mit dem Gips wird's jedenfalls schwer, am Samstag zu spielen. Ich ärgere mich.

Aktuell setzt Sie ein Innenbandriss außer Gefecht, beim vorletzten Mal war’s ein Arterienriss an der Milz kurz vor dem Spiel gegen Bayern.

Das war damals nicht ungefährlich. Ich weiß nicht, ob mein Körper etwas dagegen hat, dass ich gegen Toni spiele.

Wie lebt es sich im Schatten des etwas erfolgreicheren Bruders?

Sehr gut. Ich bin der Mensch, der sich am meisten über seine Erfolge freut. Ich bin extrem glücklich darüber. Da ist kein Neid.

Toni trägt seit Sommer ein Tattoo mit Ihrem Namen auf dem Oberarm.

Und ich bald seinen Namen auf meinem Arm! Wir hatten das schon längere Zeit vor. Er hat’s jetzt schon machen lassen, ich muss noch nachziehen. Kommt bestimmt bald.

Woher die enge Bindung?

Wir sind nur 14 Monate auseinander, haben früher jeden Quatsch zusammen gemacht.

Wie oft sehen Sie sich?

Selten, weil die Bayern ja so viele Spiele haben! Er ist immer unterwegs. Im Sommer haben wir gemeinsam lange Urlaub gemacht. Sonst vielleicht vier, fünf Mal im Jahr.

Ihr Vater war Fußballer, Ihre Mutter DDR-Meisterin im Badminton. Was gab den Ausschlag für Fußball?

Anfangs haben wir beide sogar Badminton gespielt, mit vier, fünf. Aber irgendwann war der Fußball spannender. Für mich war ausschlaggebend, dass es beim Fußball mehr Pokale zu gewinnen gab als beim Badminton. Keine falsche Entscheidung...

Bevor Sie 2010 von Rostock zu Bremen kamen, haben Sie Ihr Fach-Abi gemacht.

Kann nie schaden. Ich kann es auch jedem angehenden Profi nur empfehlen, das zu machen, so für die Zukunft vorzusorgen. Für Toni gab's nach der Mittleren Reife nur noch Fußball. Aber damit hat er alles richtig gemacht.

Was können Sie besser als Toni?

Vieles. Wo soll ich anfangen? (lacht)

Egal.

Ihn ärgert am meisten, dass ich beim NBA-Basketball auf der Playstation die Nase klar vorne habe.

Sind Sie wie Toni auch Fan der Band Pur?

Na klar! Ich habe Hartmut Engler, den Sänger, kennengelernt – er und Toni sind ja sehr gut befreundet. Ich mag die Musik.

Toni hat vor kurzem einen Sohn bekommen. Bei Ihnen auch was geplant?

(hastig) Ne, ne, ne! Das dauert noch ein bisschen bei mir. Ich schaue mir erst mal in Ruhe an, wie Toni das alles hinbekommt.

Angeblich waren Sie als 17-Jähriger auf dem Wunschzettel des FC Bayern.

Das ist leider nur Quatsch, auch wenn das so auf Wikipedia steht.

Bayern hat also noch nie angeklopft?

Ne. Für mich total unverständlich, aber haben sie noch nie. (lacht)

Würden Sie gerne mit Toni gemeinsam spielen?

Erst mal würde ich mir wünschen, dass das Gegeneinanderspielen mal klappt! Mit ihm zusammenspielen: Wäre toll, ist aktuell aber eine Träumerei. Wenn's nicht passiert, geht die Welt nicht unter.

Ihr Wunsch an Ihren Bruder für Samstag?

Toni, wenn Du überhaupt noch schlecht spielen kannst, dann doch bitte am Samstag! Tore schießt Du ja eh kaum noch…(lacht)

Was muss passieren, damit Werder eine Chance hat?

Wir müssen den perfekten Tag erwischen und Bayern einen extrem schlechten. Für uns wäre ein Punkt ein Bonus.

 

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