FC Bayern debattiert über Rot für Rafinha Sammers seltsame Creme-Erklärung

Gekrallt in der Nachspielzeit: Bayerns Rafinha rammt Gegenspieler Henrich Mchitarjan (r.) seine Fingernägel ins Gesicht, muss dafür vom Platz. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Matthias Sammer, Sportvorstand des FC Bayern, belustigt sich über die Rote Karte für Rafinha und hält sie für übertrieben. Kontra von Markus Merk.

 

München - Die Rote Karte für Rafinha, kurz vor Spielschluss beim 0:3 des FC Bayern gegen Borussia Dortmund - eine Kurzschlussreaktion? "Unsere Spieler sind keine Roboter", hat Matthias Sammer nach dem 0:3 gesagt, "sie haben auch Gefühle."

Die offenbar zuweilen mit ihnen durchgehen. So wie die Phantasie, die mit Sammer durchgeht - zumindest was den Erklärungsversuch betrifft für Rafinha, der seinem Gegenspieler mit der Hand ins Gesicht langte: "Ich weiß nicht, ob er ein bisschen Creme im Gesicht hatte", sagte Sammer bei "Sky", "und etwas davon abgeben wollte."

Lustig? Doch unpassend - so wie auch die unterschwellige Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer, bei dem Sammer fehlendes Fingerspitzengefühl festgestellt haben wollte. "Wir akzeptieren die Rote Karte“, sagte der Sportvorstand des FC Bayern zwar gönnerisch, um sich dann aber doch über den Zeitpunkt des Platzverweises zu wundern. "91. Minute, das Spiel ist durch", sagte Sammer, und weiter: "Da geh ich als Schiedsrichter hin und sag: 'Mensch, Rafa, normalerweise ist das Rot.' Und dann geb ich ihm eine Gelbe Karte."

Eine Einschätzung, die für Verwunderung sorgt. Bei Markus Merk, dem "Sky"-Experten und früheren Fifa-Schiedsrichter: "Matthias Sammer darf so denken", sagte Merk, "aber als Schiedsrichter darf ich das nicht. Egal in welcher Liga, egal in welcher Minute, egal in welchem Verein. Sonst pfeife ich hier mein letztes Spiel. Das ist ganz klar eine Rote Karte."

Merks Spitze gegen den Spitzenreiter: "Der FC Bayern hatte als einziger Verein noch keine Rote Karte. Jetzt haben sie das auch geschafft." Und wie!

 

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