FC Bayern Dante und Anderson: Perücke und der große Bamba

Bei Gladbach wurden die Brasilianer Dante und Anderson Freunde – am Samstag stehen sie sich gegenüber. Hier sprechen der Bayer und der Frankfurter über Titel, Musik und Frisuren.

 

AZ: Herr Anderson, Dante, in Gladbach waren Sie 2010/11 Konkurrenten im eigenen Team. Sie sind trotzdem Freunde geworden. Ungewöhnlich, nicht?

BAMBA ANDERSON: Sowas gibt es, selbst im Profigeschäft. Irgendwie haben wir uns von Anfang an gegenseitig unterstützt, obwohl wir Konkurrenten waren. Wir hatten gleich einen guten Draht zueinander. Jetzt sind wir dicke Freunde.

DANTE: Es ging wirklich schnell mit uns… (lacht) Der Plan war eigentlich, dass wir beide gemeinsam spielen, das hat aus verschiedenen Gründen leider nicht geklappt. Unserer Freundschaft hat das aber keinen Abbruch getan. Und in Frankfurt hat Bamba ja jetzt sein Glück gefunden!

Was beeindruckt Sie am anderen?

DANTE: Was mir gleich aufgefallen ist, war seine professionelle Einstellung. Außerdem läuft er immer mit einem Lächeln auf den Lippen rum, ist ein Familienmensch, da sind wir uns nicht unähnlich.

ANDERSON: Und ich finde es sehr beeindruckend, wie viel er investiert hat, um jetzt der Spieler zu sein, der er ist. Harte Arbeit – das hat ihn schon bei Gladbach ausgezeichnet.

Wie gehen Sie das Spiel an?

ANDERSON: Ich gehe zwar mit Respekt ins Spiel, aber Angst habe ich keine. Ich weiß, dass es sehr schwer wird, dass Bayern Meister werden will. Aber wir haben nichts zu verlieren.

DANTE: Ich muss Dich leider enttäuschen: Uns fällt die Umstellung von Juventus auf Frankfurt nicht schwer, wir sind fokussiert und hungrig. Mit einem Sieg sind wir Meister - wir wollen den Titel jetzt. Du siehst: Wir sind bereit!

Bayern scheint unaufhaltsam zu sein.

DANTE: Da steckt aber viel Arbeit dahinter. Klar, gegen Juventus haben wir exzellent gespielt, das war wirklich toll. Trotzdem sind wir noch nicht im Halbfinale. Und Meister sind wir auch noch nicht.

ANDERSON: Ihr brecht doch gerade alle Rekorde, wirklich beeindruckend. Für mich haben die Bayern die Meisterschaft schon lange in der Tasche, können auch noch den Pokal gewinnen. Sie zu schlagen, wird schwer...

Wenn Sie etwas vom anderen haben könnten – was wäre das?

DANTE: Er kann kein Instrument spielen, kann nicht singen, kann nicht tanzen… Echt schwierig! Was soll ich denn da auswählen? (lacht)

ANDERSON: Mal überlegen… Ich würde seine Haare nehmen. Aber nur für Karneval. (lacht)

Was nervt Sie am anderen?

ANDERSON: Dante hört viel zu viel „Suinguera”, eine typische Musik aus seiner Heimatregion Bahia, fast reaggae-artig. Das läuft den ganzen Tag...

DANTE: Und mich stört, dass er denkt, er könnte zu „Suinguera” gut tanzen. Kann er nämlich nicht!

Wie nennen Sie sich gegenseitig? Haben Sie Spitznamen?

ANDERSON: Ich nenne ihn „Peruca” – Perücke!

DANTE: Und ich ihn Bambicão – großer Bamba.

Hat denn „Perücke” das Zeug dazu, für Brasilien bei der WM 2014 in der Startelf zu stehen?

ANDERSON: Allein, dass er sich jetzt schon mit David Luiz von Chelsea und Thiago Silva von PSG um einen Platz in der Innenverteidigung streiten darf, sagt alles über seine Qualität aus. Es wird nicht leicht für ihn, sich durchzusetzen. Aber warum nicht?

Und wäre der „große Bamba” einer für die Nationalmannschaft?

DANTE: Klar! Er ist einer der besten Verteidiger der Bundesliga. Es kann ganz schnell gehen – allerdings wird man in Brasilien eher wahr genommen, wenn man in der Champions League oder Europa League spielt.

Ist Dante diesbezüglich Ihr Vorbild, Herr Anderson?

ANDERSON: Ich hoffe, dass wir nächste Saison mit Frankfurt international spielen. Die Chance ist da. Mein Vorbild war schon immer Juan, der früher bei Leverkusen gespielt hat. Von ihm habe ich mir viel abgeschaut. Und er ist 2002 Weltmeister geworden.

Und was passiert, wenn Bayern am Samstag Meister wird, Dante?

DANTE: Keine Ahnung! Es gibt keinen Plan. Groß gefeiert wird nicht, am Mittwoch spielen wir ja schon wieder gegen Juventus. Die Meisterschaft würde ich dann sonntags ein bisschen mit meiner Familie feiern. Ich bin einfach froh, dass wir gleich in meinem ersten Jahr das schaffen, wozu ich zum FC Bayern gewechselt bin: Titel gewinnen! Und wir kämpfen noch um zwei weitere. 

 

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