FC Bayern Basketball Kostic und die Glaubensfrage

Braucht langsam positive Ergebnisse: Bayerns Trainer Oliver Kostic. Foto: R’steiner/Augenklick

Gegen Maccabi hofft der neue Bayern-Coach Oliver Kostic auf die Wende. Das dürfte ziemlich schwer werden.

 

München - Als wäre die Lage nicht schon prekär genug, kam Maccabi Tel Aviv am Mittwoch mit dem nächsten Hammer um die Ecke. Kurz vor dem Gastspiel bei den Basketballern des FC Bayern am Donnerstagabend (20.30 Uhr/magenta sport) verpflichteten die Israelis NBA-Veteran Amar’e Stoudemire (846 Spiele). Eine echte Verstärkung, die Maccabi sofort weiterhelfen sollte, zumal der Amerikaner schon über Europa-Erfahrung verfügt.

Von "einem Traum" sprach Stoudemire bei der Bekanntgabe seines Wechsels. Bei den Bayern wird man das vor dem Duell mit einem der Titelfavoriten in der Euroleague sicher ganz anders sehen. Besonders, da mit Scottie Wilbekin sowieso schon der personifizierte Albtraum der Münchner bei den Israelis aufläuft. Der US-Amerikaner schockte die Bayern im Frühjahr 2018 mit seinem Gala-Auftritt (41 Punkte) im Audi Dome nachhaltig.

Und ausgerechnet jetzt hofft Oliver Kostic auf die Wende? "Nichts kommt als Geschenk, wir müssen es uns über 40 Minuten verdienen", sagte Bayerns Chefcoach. Die Euroleague habe aber in der Vergangenheit auch gezeigt, dass man seine Lage mit einer Serie zum Positiven verändern könne. Nur: "Wir müssen an uns glauben", forderte Kostic.

Kostic muss beweisen, dass FCBB-Sportchef Pesic ihm vertrauen kann

Gerade in der Euroleague fällt der Glaube an die Wende aber schwer. Nach 20 Spielen stehen die Bayern auf dem letzten Tabellenplatz, haben lediglich sechs Siege auf dem Konto. Bei Gegner Maccabi (Platz drei) sind es 14. Seit dem Trainerwechsel von Dejan Radonjic zu Kostic zeigten die Bayern in ihrem Spiel zwar teils bessere Ansätze, dennoch gingen bisher alle vier Partien unter Kostics Regie verloren. Zuletzt setzte es gegen Ludwigsburg sogar die erste Bundesliga-Pleite.

Noch bleibt es ruhig im Klub, auch Nationalspieler Paul Zipser sieht keinen Grund zur Panik: "Ich denke, wenn wir unsere Fehler verbessern, wird man sehen, dass wir ein anderes Team sind", erklärte er und stärkte seinem Coach den Rücken. Auch Bayerns Sportchef Marko Pesic sprach Kostic im AZ-Interview zuletzt das volle Vertrauen aus und bekräftigte: "Wir haben mit keinem anderen Trainer gesprochen und das wird auch so bleiben."

Nur muss Kostic das Vertrauen langsam mit Ergebnissen rechtfertigen – und am besten schon am Donnerstag gegen Maccabi gewinnen. Egal, wer dann auf dem Parkett steht.

 

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