FC Bayern als Weltmacht Paul Breitner: "Die Mischung ist perfekt"

Wer soll diese Gewinner-Bayern eigentlich noch aufhalten? Einfache Antwort: Niemand! Sagt Markenbotschafter Paul Breitner. Das AZ-Interview.

 

AZ: Herr Breitner, wie war der Ausflug nach Moskau?

Paul Breitner: Danke, gut. Wobei ich sagen muss: Wir haben zuhause schon bei knackigeren Temperaturen gespielt.

Bayern steht mit fünf Siegen aus fünf Gruppenspielen blendend da, ist aber immer noch nicht sicher Gruppenerster.

Das liegt daran, dass ManCity auch so souverän wie erwartet hinter uns weitermarschiert ist. So wie in dieser Gruppe ist auch in ein paar anderen der Unterschied zwischen den ersten beiden und Platz 3 und 4 erheblich.

Die K.o.-Phase naht, wen alles sehen Sie als Favoriten?

Uns. Wir sind klarer Favorit.

Und dann?

Uns.

Und dann?

Dann kommen Madrid, Barcelona und Dortmund. Das ist für mich die aktuelle Reihenfolge im Weltfußball, damit die Ausgangslage für 2014.

Dortmund als vierte Kraft?

In Normalbesetzung sind sie für mich im Moment die absolut klare Nummer 2! Sind ihre Stammspieler alle fit, stehen sie an der Spitze der Verfolger.

Chelsea, PSG, Juventus?

Sehe ich nicht. Die anderen drei sind stärker. Von PSG spricht man nur wegen Ibrahimovic.

Interessant: Bayern, Real und Barcelona haben den Trainer gewechselt, glänzen dennoch.

Ich kann nur für uns sprechen, und wir sind wie erwartet einen Schritt weiter. Jupp Heynckes hat spielerisch sehr viel entwickelt. aber jetzt ist unser Spiel noch variabler, weniger berechenbar. Das ist Pep Guardiolas Verdienst. Er hat links, rechts, oben, unten hier mal eine Schraube angezogen und dort eine locker gemacht.

Ihre persönliche Meinung über Pep Guardiola?

Ich habe ihn kennengelernt, aber meinen Eindruck behalte ich für mich.

Ist durch den anhaltenden Erfolg der Bayern klar, dass die Barça-Ära vorbei ist?

Ja. Es reicht ja auch. Ich habe das selbst als Spieler erlebt: Damals ging 1974 die Ära von Ajax Amsterdam nach drei Titeln im Folge zu Ende, danach haben wir drei Jahre lang international dominiert. Das ist die Aufgabe, die vor uns steht: Die Mannschaft konsequent nuancenweise weiterzuentwickeln, um über Jahre hinaus vorne zu sein. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.

Wieso?

Weil die Mannschaft im Moment von der Altersstruktur her perfekt aufgestellt ist.

Erklären Sie uns das.

Wir haben zum einen viele junge Spieler, die noch zulegen können, aber auch jetzt schon über viel Erfahrung verfügen. Andere sind mit 29, 30 Jahren gerade auf dem Zenit und können ihre Höchstleistung sicher ein paar Jahre halten. Die Mischung ist perfekt.

Wohl dem, der für die „Nuancen“ Spieler wie Mario Götze und Thiago holen kann.

Wohl dem, der es sich leisten kann. Es hat sich aber auch mittlerweile bei allen Topspielern rumgesprochen, dass wir ein Verein sind, der die Versprechen, die wir den Spielern geben, auch halten können.

Bayern, der Anerkennungsmeister.

In jeder Hinsicht. Das sehe ich, wenn ich in der Welt unterwegs bin. Wir haben uns in den letzten Jahren in der Welt des Sports sukzessive bis ganz nach oben entwickelt. Dieser Zyklus hat 2010 mit dem Finale in Madrid angefangen. Das war der Einstieg. Der Nimbus des FC Bayern hat seitdem beachtliche Höhen erreicht – und er wächst weiter.

Wer kann die Bayern aufhalten? Ein Maulwurf?

Ach geh! Ich sage ihnen: Bei diesem Spielchen machen wir nicht mit. Das interessiert mich auch überhaupt nicht. Außerdem: Warum sollten wir uns überhaupt die Frage stellen, was uns aufhalten kann? Das würde doch nur negatives Denken bedeuten. Unseren Verein macht das positive Denken, die Selbstsicherheit, und das Wissen um die eigenen Stärken aus. Wir wären blöd, wenn wir uns über etwas anderes Gedanken machen würden.

 

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