Fantasy Filmfest München Mit Horror und Fantasy der Corona-Realität entfliehen

In "The Man Standing Next" beteiligen sich viele Hintermänner an einem politischen Anschlag. Foto: Fantasy Filmfest

Samstag und Sonntag finden in München die Fantasy Filmfest Nights statt. Damit ist es das erste Münchner Indoor Filmfestival nach Corona.

 

München - Horrorfilme erfreuten sich auf Streaming-Plattformen zuletzt großer Beliebtheit. Vielleicht auch, um dem realen Corona-Horror etwas noch Härteres, aber Fiktives entgegenzusetzen. Frei nach dem Motto: "Denen geht’s ja noch schlimmer als mir".

Ein Horror war für Festivalleiter Rainer Stefan aber auch den richtigen Termin für seine Fantasy Filmfest Nights zu finden. Nun, nach zweimaliger Verschiebung und einer Programmänderung kann der erfahrene Genrespezialist am Wochenende in sieben Städten wieder Filmgeister und Psychopathen auf die Zuschauer loslassen. In München, im Cinema Filmtheater, aber auch verbunden mit erheblichen Einschränkungen. 

Wegen Hygienekonzept: Nur 80 Karten pro Vorstellung

"Wir können auf Grund des Hygienekonzepts nur 80 Karten pro Vorstellung verkaufen. Ein Minusgeschäft für mich. Aber wegen unserer treuen Anhänger, den Dauerkartenbesitzern und schon getroffenen Zusagen mit Filmverleihern wollte ich nicht absagen", erklärt Stefan die schwierige Situation gegenüber der AZ. Verbunden mit dieser Zusage ist auch die Hoffnung, dass beim elftägigen großen Fantasy Filmfest Mitte September wieder mehr Zuschauer zugelassen werden – sonst droht ein drastisches Eindampfen des Programms.

Dampf ablassen ist auch ein gutes Stichwort, wenn es um die Protagonisten der diesjährigen Filmtitel geht. Vorne weg Ned Kelly, Australiens wohl berühmtester Bushranger. Der im späten 19. Jh. gegen die britischen Besatzer wütende Räuber wächst in Justin Kurzels aufwendiger, aber eher elegischer als actionreicher Peter-Carey-Romanverfilmung "True History of the Kelly Gang" (Sa., 17.45 Uhr) als Kind bereits in einer feindseligen Welt auf, bis Harry Power (mit Vollbart: Russell Crowe) Neds Mentor wird und ihn zum Gesetzlosen ausbildet.

Um auf Tatsachen beruhende Verbrechen dreht sich auch der packende südkoreanische Polittriller "The Man Standing Next" (Sa., 13 Uhr), der die letzten 40 Tage vor der Ermordung des diktatorischen Präsidenten Park Chung-lee im Jahr 1979 nachzeichnet.

Eine Zeitreise der anderen Art ist Tomohiko Itôs schillernder japanischer Anime "Hello World" (So., 15 Uhr), in dem ein tollpatschiger Bücherwurm seinem lässigen Ich aus der Zukunft begegnet. Was all diese unterschiedlichen Filme, insgesamt sind es zehn, eint, ist ihre Bildmächtigkeit. Eine Eigenschaft, die vielleicht auch wieder zum Kinobesuch verführt.


Cinema, Nymphenburger Str. 31, OV oder OmU (ab 18 J.), 11/13 Euro, fantasyfilmfest.com

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