"Fans" des FC St. Pauli Geschmackloses Plakat: Dresden akzeptiert Entschuldigung

, aktualisiert am 13.02.2017 - 11:35 Uhr
Geschmackloses Fan-Plakat der St. Pauli-Fans. Foto: imago

Der FC St. Pauli hatte sich wenige Stunden nach dem 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden für ein geschmackloses Plakat seiner Fans beim Gegner offiziell entschuldigt. Die Dynamo-Verantwortlichen akzeptierten diese.

 

Dresden - Zweitligist Dynamo Dresden hat die Entschuldigung vom Liga-Rivalen FC St. Pauli für das geschmacklose Plakat der Fans des Millerntor-Klubs beim Spiel am Sonntag angenommen.

Darüber hinaus kritisierten die Dresdner die Aktion beim 2:0-Sieg der Hamburger mit deutlichen Worten. "Opfer von Krieg und Gewalt zu verhöhnen - das überschreitet nicht nur alle Grenzen des Geschmacks und der Meinungsfreiheit, es ist nicht zu akzeptieren und untergräbt unsere auch im Sport geltenden humanistischen Werte", hieß es in einer Erklärung von Dynamo.

Der Klub betonte, dass solche Entgleisungen nicht wieder passieren dürften. Der achtmalige DDR-Meister begrüßte jedoch, dass sich die Verantwortlichen vom St. Pauli entschuldigten.

Auf dem Spruchband, mit dem die Anhänger die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges verhöhnten, stand: "Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos".

In der Stellungnahme der Hamburger stand: "Auch wenn der FC St. Pauli sich von der These des Opfermythos, der in der Vergangenheit speziell von Nationalisten und Rechtspopulisten propagiert wurde, klar distanziert und einen kritischen Umgang mit der deutschen Geschichte ausdrücklich begrüßt und fordert, ist mit den Worten auf dem Spruchband eine Grenze überschritten worden, werden dort doch die Toten der Luftangriffe auf Dresden verhöhnt.

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Und weiter: "Für das Verhalten seiner Anhänger möchte sich der FC St. Pauli bei Dynamo Dresden, seinen Fans und allen Angehörigen der Opfer der Angriffe vor 72 Jahren entschuldigen."

Nach Rücksprache mit dem Fanclubsprecherrat der offiziellen Fanclubs des FC St. Pauli (FCSR) habe sich dieser der offiziellen Entschuldigung angeschlossen. "Die Tonalität des ersten Teils des Spruchbandes kann auch für den FCSR in Inhalt und Wortwahl als Aussage nicht so stehen bleiben", hieß es.

DFB ermittelt

Der Deutsche Fußball-Bund wird ein Ermittlungsverfahren gegen den FC St. Pauli einleiten. Dies erklärte Dr. Anton Nachreiner auf Nachfrage von Sport1: "Ja, es wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte der Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses. Damit drohen den Hamburgern empfindliche Strafen, die von einer Geldstrafe bis hin zu Geisterspielen reichen können.

 

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