"Falsche Polizisten" vor Gericht Goldmünzen für halbe Million weg

Betrugsprozess am Landgericht: die Angeklagten mit ihren Anwälten. Foto: jot

Sieben Angeklagte stehen bei einem Betrugsprozess vor Gericht. Eine Schwabingerin wurde von falschen Polizisten ausgenommen.

 

München - Der fiese Trick mit der Angst: Eine 68-jährige Schwabingerin wurde am Telefon so unter Druck gesetzt, dass sie ihre Goldmünzen (Wert: 500.000 Euro) bereitwillig der "Polizei" übergab.

Ein großer Fehler

Denn die "Polizisten" waren nichts weiter als Betrüger, die sich als sogenannte Keiler darauf spezialisiert haben, ältere Menschen am Telefon so zu verängstigen, dass sie ihre Wertsachen an die Abholer der Betrügerbande abgeben. Sieben mutmaßliche Betrüger sitzen seit gestern auf der Anklagebank des Landgerichts.

Im Fall der Schwabingerin funktionierte die Masche so:

Ein "Thomas Wagner", der sich als Polizist aus der Ettstraße ausgab, ruft am 26. Juli 2017 unter Nummer 089-110 bei der 68-Jährigen an. In ihrer Gegend sei eine Einbrecherbande unterwegs. Ihre Wertsachen seien nicht mehr sicher, so der angebliche Polizist.

In der Zwischenzeit macht sich ein Abholerteam auf den Weg zur Wohnadresse des Opfers. Dort angekommen ruft der Keiler erneut bei der Schwabingerin an. Er fordert sie nun auf, ihre Wertsachen an einen "verdeckten Ermittler" zu übergeben.

Dem Opfer kommen Zweifel. Die Betrüger sind vorbereitet: Die Frau wird mit "Staatsanwalt Jürgen Bach" verbunden, der sie ebenfalls zur Abgabe auffordert. Die Frau ist so verschrocken, dass sie um 1 Uhr nachts tatsächlich einem Abholer Goldmünzen für 500.000 Euro übergibt.

Ob Betrugsopfer vor Gericht aussagen müssen, wird sich am Freitag entscheiden. Dann ist die Gelegenheit für etwaige Geständnisse der Angeklagten gekommen.

 

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