Falsche Polizisten München: Trickbetrüger stehlen Münchnerin halbe Million Euro!

In Forstenried haben falsche Polizeibeamte mehrere hunderttausend Euro erbeutet. (Symbolbild) Foto: Sven Hoppe/dpa

In Forstenried wird eine fast 80-jährige Münchnerin Opfer von Trickbetrügern. Falsche Polizeibeamte "warnen" die Frau vor einem Einbruch und bestehlen sie dann.

 

Forstenried – Das Jahr ist noch jung, trotzdem haben falsche Polizisten schon wieder einen großen Coup gelandet. Eine fast 80 Jahre alte Rentnerin aus Forstenried übergab am Montag gegen 14 Uhr einem wildfremden Mann drei Taschen, in die sie all ihre Wertsachen aus der Wohnung gepackt hatte – Geld und Schmuck im Gesamtwert von mehr als einer halben Million Euro.

Am Vormittag hatte sich ein Mann telefonisch gemeldet und sich als Polizist ausgegeben. Der Anrufer behauptete, die Polizei habe einen Zettel gefunden, auf dem die Personalien der Rentnerin notiert gewesen seien. Es gebe Hinweise, dass bei der Münchnerin eingebrochen werden könnte. Ein altbekannter Trick dieser Gaunerbanden, um die Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen.

Falscher Polizist erkundigt sich nach Geld

Der falsche Polizist erkundigte sich nach Geld und Wertgegenständen. Bereitwillig gab die Seniorin am Telefon Auskunft. Detailliert schilderte sie ihre Vermögenswerte. Der falsche Polizist kündigte einen Kollegen an. Der werde um 14 Uhr an der Tür klingeln. Ihm solle die Rentnerin Geld und Schmuck geben, damit alles in Sicherheit gebracht werden könne.

Um Verwechslungen zu vermeiden, beschrieb der Anrufer den Besucher ganz genau. Als der Fremde dann wenig später vor der Tür stand, hatte die Münchnerin nicht den geringsten Zweifel, es mit einem Polizisten zu tun zu haben. Sie übergab dem Fremden drei ihrer Taschen, in die sie Geld und Schmuck im Wert von über 500.000 Euro gepackt hatte.

Tatort in der Waterloostraße in München-Forstenried

Die Übergabe ging so schnell, dass die Frau sich das Gesicht des Täters nicht einprägen konnte. Der Mann ist etwa 1,70 Meter groß und hat kurze, blonde Haare. Bekleidet war er mit einem braunen Pullover, schwarzer Hose und schwarz-weißen Schuhen. Erst viel zu spät kamen der Rentnerin Zweifel. Sie rief Verwandte an, die verständigten schließlich die echte Polizei. Da war der falsche Polizist natürlich längst mit der Beute verschwunden.

Der Tatort, die Waterloostraße in Forstenried, in der die fast 80 Jahre alte Seniorin wohnt, ist ziemlich lang und nicht unbedingt belebt. Deshalb hoffen die Fahnder der Kripo, dass einem der Anwohner am Montagnachmittag ein Fremder, der drei Taschen in der Hand hatte, aufgefallen ist. Möglicherweise stieg der Täter in einen geparkten Wagen.

Eine Tasche ist vom Hersteller "Reisenthel", eine vom Sportartikelhersteller "Alex". "Eine Tasche von Alex ist lila, eine weiß und die dritte Tasche von Reisenthel ist beigebraun", sagt Polizeisprecher Sven Müller, "ein Mann, der mit so vielen Taschen auf der Straße herumläuft, müsste eigentlich jemandem aufgefallen sein."


Täterbeschreibung der Polizei: Männlich, ca. 170 cm groß, mit blonden, kurzen Haaren, trug einen braunen Pullover, schwarze Hose und schwarz-weiße Schuhe. Er führte drei Taschen mit sich (eine lila Reisetasche mit der Aufschrift "Alex", eine beige-braune Reisetasche und eine weiße Tasche).

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 3 (AG-Phänomene), Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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