Fall vor Gericht Musikproduzent klagt: Streit um Holzmichl

Immer gut drauf „De Randfichten“: Thomas „Rups“ Unger, Michael „Michl“ Rostig und Thomas „Lauti“ Lauterbach haben Ärger mit dem Lied der „Holzmichl“. Foto: Wilschewski/EMI

Musikproduzent Hermann Weindorf hat an dem Wiesn-Hit von „De Randfichten“ künstlerisch mitgewirkt. Die Musiker sollen Einnahmen nicht korrekt beteiligt haben.

 

München - In seinen 30 Berufsjahren musste Musikproduzent Hermann Weindorf (59) noch nie mit Kollegen aus der Künstler-Szene vor Gericht streiten. Gestern war es leider dann so weit – ein Streit um den Wiesn-Hit der „Holzmichl“. Weindorf verklagte das Volksmusik-Trio „De Randfichten“ aus dem Erzgebirge vor dem Münchner Landgericht für Zivilsachen auf Schadensersatz.

Der Grund: Bei den Einnahmen mit dem Lied der „Holzmichl“ sei er finanziell nicht korrekt beteiligt worden. Streitwert: 40000 Euro. Musikproduzent Weindorf ist in der Szene kein Unbekannter. Er produzierte die englische Punkband „The Clash“, Patrick Lindner, „Die Klostertaler“ und Karel Gott – um nur einige zu nennen.

2003 kontaktierten „DeRandfichten“ das Ton-Studio Weryton KG in Unterföhring bei München. Ein Studio mit internationalem Ruf. James Blunt, Albert C. Humphrey, Hans Hinterseer, Florian Silbereisen, Alphaville, Monrose und auch die No Angels wurden bei Weryton produziert.

Im Januar 2004 kamen „De Randfichten“ Thomas „Rups“ Unger, Michael „Michl“ Rostig und Thomas „Lauti“ Lauterbach nach Unterföhring, um den Holzmichl-Song mit besseren Aufnahmegeräten und hohem technischen Niveau in zwei Tagen zu produzieren. 4500 Euro zahlten „De Randfichten“ für die neue Single.

Nachdem sich der neue Mix gut verkauft hat, gingen die Volksmusiksänger zur Musikgesellschaft Emi Music und produzierten eine neue CD mit mehreren Songs. Auch der Holzmichl, der von Weindorf produziert worden war, wurde auf die CD eingespielt. Aber: Weindorf trat nicht mehr auf dem Cover als Musikproduzent auf.

Weindorfs Anwalt Ralf Behrens: „Mein Mandant war bei dem Lied Holzmichl künstlerisch beteiligt. Dies hätten Emi und die Randfichten honorieren müssen.“ Seine Funktion beschreibt Weindorf so: „Ich habe praktisch Regie geführt. Wie bei einem Film habe ich die Anweisungen gegeben, wann, wer und was eingesetzt wird.“

Deshalb ist er leicht irritiert, dass die Gegenseite nun behauptet: Er habe nur ein paar Knöpfe gedrückt. „De Randfichten“ erschienen nicht zum Prozess. Ihr Anwalt Simon Bergmann: „Es wäre unfair, wenn man jetzt nur die Randfichten zur Kasse bitten würden. Bei dem Prozess müsste Emi mit ins Boot.“

Deshalb wurde ein Vergleich vorgeschlagen: Weindorf, „De Randfichten“ und Emi setzen sich zusammen, die Verkaufszahlen werden auf den Tisch gelegt, eine Summe wird ausgehandelt. „Damit kann ich leben“, sagt Weindorf.

 

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