Experiment im Wald Allein in der Wildnis: So erging es Familie Brams in der Steinzeit

Gegen Mücken hilft das Einreiben mit Walnussbaumblättern. Foto: cv

Die AZ hat sie in die Steinzeit geschickt – ein bisschen. Drei Tage hat die Familie Brams im Wald verbracht, Feuer gemacht und sogar Fallen gebaut.

 

München - Am Ende des Experiments sieht man den Brams die Erschöpfung an. Der Schlafmangel und die harte körperliche Arbeit hat vor allem den Eltern zu schaffen gemacht. Das Leben in der Steinzeit war kein Zuckerschlecken, das wissen sie nun nach drei Tagen im Wald bei Reichlkofen im Landkreis Landshut.

Schlafen im selbstgebauten Unterschlupf

Aber von vorne: Am ersten Tag muss die Familie gemeinsam mit Survivaltrainer Armin Hock ihren Schlafplatz selber bauen. Aus Bäumen wird der Unterstand errichtet, auf einer flachen Ebene zwischen zwei gerade Fichten. Die Brams suchen Äste und Zweige. Hock richtet die geraden Äste wie ein Steildach an der Querstrebe zwischen den beiden Fichten aus.

Nach und nach wird aus dem Gestänge ein Unterschlupf. Fehlen noch Fichtenzweige, aufgefächert wie ein Dach – von oben nach unten, damit das Wasser ablaufen kann. Noch eine Schicht Reisig auf den Boden, drüber die Schaffelle – und es kann Nacht werden.

Als Nahrung gibt es mitgebrachtes Trockenobst, Studentenfutter, Trockenfleisch sowie gesammelte Kräuter und Walderdbeeren.

Die nächste Aufgabe: Steinzeitwaffen selbstbauen

Nach ihrer ersten Nacht im Wald ist Mama Renate etwas müde. "Ich glaube, ich habe gar nicht geschlafen", sagt sie. Der Waldboden war hart und die Geräusche im Wald kamen ihr sehr laut vor. Papa Manfred hat etwas besser geschlafen. Aber so richtig erholsam war auch für ihn die Nacht nicht.

Langweilig wird der Familie an ihrem zweiten Tag nicht. Nicht nur einen Unterschlupf muss die AZ-Steinzeitfamilie bauen, auch eigene Waffen werden in den drei Tagen hergestellt. Dazu brauchen sie den Steinzeitklebstoff "Birkenpech".

Survivaltrainer zeigt wie: Fische fangen und Fallen für Kleintiere 

Außerdem werden Forellen geräuchert. Zwar zeigt Survivaltrainer Hock, wie man mit bloßen Händen Fische fangen kann. Aber die Forellen für das Abendessen kommen diesmal aus dem Supermarkt. Aber zumindest zubereitet werden sie nach original Steinzeitart: im selbstgebauten Räucherofen.

Am dritten und letzten Tag werden die Brams zu Jägern, zumindest in der Theorie. Sie bauen eine Falle, um Kleintiere zu fangen.

An einem Baumstamm errichten die Brams unter Anleitung von Armin Hock eine Vorrichtung aus Ästen und Seilen. Auf das richtige Material und die Technik kommt es an, sagt Hock. Eine Schnur dient als Auslöser, um theoretisch ein Tier ab der Größe eines Hasens in die Falle tappen zu lassen. Ob man damit auch Bären fangen kann, fragt Paul. Die sind dann doch etwas zu groß, meint Hock und lacht.

Der Bau der Falle dient ausschließlich zu Demonstrationszwecken. Gefangen wird damit nichts, soweit geht das Experiment dann doch nicht. Solche Fallen seien nur für den Notfall gedacht, das sagt Hock gleich mehrere Male. Niemals solle man sie zum Spaß bauen und damit Tiere quälen.

Fazit: Lehrreich aber anstrengend

Gegen Mittag nimmt das Abenteuer sein Ende. Bevor sie sich auf den Heimweg nach Oberwattenbach und ins 21. Jahrhundert machen, räumen die Brams noch zusammen, mit der Vorfreude auf die Dusche und das Bett. Nur Paul meint, er bleibt lieber im Wald, als wieder in die Schule zu müssen.

Das Fazit der Brams: "Es war eine interessante Erfahrung. Wir haben viel gelernt." Sie wissen jetzt, wie man Feuer macht und verschiedene Dinge baut, die man zum Überleben in der Wildnis braucht.

Sie wissen nun auch, wie viel Arbeit dahintersteckt. Der Survivaltrainer ist zufrieden mit seinen Schützlingen. "Sie haben sich gut geschlagen." Der nächste Familienurlaub werde aber anders ausfallen, sagt Mama Renate.


Lascaux-Ausstellung: 20.000 Jahre alte Zeichnungen

Am 12. September 1940 haben in der Nähe von Montignac im französischen Département Dordogne vier Jugendliche die besterhaltenen prähistorischen Malereien Europas entdeckt. Auf einer Länge von rund 250 Metern erstrecken sich im Höhlengang von Lascaux mehr als 2.000 zum Teil monumentale Tierbilder und rätselhafte Zeichen. Neueste Untersuchungen gehen davon aus, dass sie 20.000 Jahre alt sind.

Seit 1979 zählt die Höhle von Lascaux zum Weltkulturerbe. Die Originalhöhle darf seit 1963 nicht mehr von der Öffentlichkeit betreten werden, um die Bilderschätze vor der Zerstörung durch Mikroorganismen zu schützen. Doch eine detailgetreue Rekonstruktion in der Kleinen Olympiahalle in München macht die Bilderwelt nun trotzdem erlebbar.

Der Clou: Ein Teil der Höhle wurde dank aufwendiger 3D-Laser-Scans originalgetreu nachgebildet, so dass die Besucher ein nahezu authentisches Höhlenerlebnis erwartet. Auf dem Weg durch die Höhle begegnet man einer steinzeitlichen Familie, wie sie zur Entstehungszeit von Lascaux gelebt haben mag.


Die Ausstellung ist bis 8. September (Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr) in der Kleinen Olympiahalle in München zu sehen. Weitere Informationen gibt es unter www.lascaux-ausstellung.de.

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