Exotisches München Neu im Tierheim: Känguru "Jack"

Wurde im Internet zum Kauf angeboten: Tierheim-Känguru "Jack". Foto: Tierschutzverein München

Zwischen Katzen- und Hundehaus lebt jetzt ein junges Bennett-Wallaby. Vor ein paar Tagen ist in Riem bereits ein Nasenbär eingezogen.

München - "Hallo! Wir haben ein circa 16 Monate altes Böckchen abzugeben. Es ist schon etwas zutraulich geworden“, schreibt ein Paar aus dem Landkreis Roth Mitte Oktober auf einer Kleinanzeigen-Seite im Internet. 200 Euro verlangen die Anbieter für das Tier, das auf dem beigefügten Foto zu sehen ist: ein Känguru.

Einen Tag später prangt rot unterlegt der Schriftzug „Preissenkung“ neben dem Online-Inserat. Nun soll das BennettWallaby nur noch 150 Euro kosten. Trotzdem will das Jungtier niemand haben.

Jetzt lebt „Jack“ im Münchner Tierheim.

"Jack" hatte zu wenig Platz

Die Franken hätten das Tier selbst im Internet erworben, erzählt Tierschutz-Inspektor Stefan Heinrich – von einem Züchter. Verboten ist das nicht. Allerdings schreibt das Gesetz vor, dass Wallabys ein Außengehege von mindestens 200 Quadratmetern benötigen. „Jack lebte auf etwa der Hälfte dieser Fläche“, sagt Stefan Heinrich.

Der zuständige Amtsveterinär untersagte den Besitzern deshalb die Haltung des Exoten und setzte ihnen eine Frist, um das Tier weiterzuvermitteln. „Es zu verkaufen hat nicht funktioniert. Deshalb hat sich das Paar schließlich an uns gewandt“, sagt der Mitarbeiter des Münchner Tierschutzvereins.

Vergangenen Donnerstag zog Jack auf dem Tierheim-Gelände ein. Sein Gehege grenzt an das der Ziegen und Hühner.

Bennett-Wallabys stammen ursprünglich aus Australien. „Sie sind durchaus winterfest und halten unsere Temperaturen gut aus“, sagt Stefan Heinrich.

In Mecklenburg etwa lebt eine Herde frei in der Region um Burg Stargard. Die Tiere sind Nachkommen von drei Wallabys, die 2001 aus dem örtlichen Zoo ausgebüxt sind.

Für den 17 Monate alten Jack wollen die Münchner Tierschützer nun möglichst schnell ein neues Zuhause finden: entweder in einem Tierpark, oder bei verantwortungsvollen Privatleuten, die sich an die Vorschriften halten und bereits andere Bennett-Wallabys besitzen.

Ähnliche Voraussetzungen muss übrigens erfüllen, wer sich für den zweiten Exoten interessiert, der derzeit in Riem untergebracht ist: Nasenbär „Bootsmann“ ist etwa 15 Monate alt und wurde in einem Zoogeschäft an der tschechischen Grenze zum Kauf angeboten. Wer "Jack" oder Bootsmann eine Chance geben möchte, meldet sich unter der Telefonnummer 089 / 921 000 21.

 

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