Ex-Profi im AZ-Interview Ehelechner: "Der EHC ist das Maß aller Dinge"

Der einstige DEL-Goalie Patrick Ehelechner arbeitet jetzt als Eishockey-Experte bei Sport1 und Telekom Sport. Foto: imago/Schiffmann, imago/foto2press

Das sagt Ex-Profi und TV-Experte Patrick Ehelechner im AZ-Interview über den Saisonstart in der Deutschen Eishockey Liga. 

 

Der einstige DEL-Goalie (Nürnberg, Augsburg) arbeitet jetzt als Eishockey-Experte bei Sport 1 und Telekom Sport.

AZ: Herr Ehelechner, die Trainer der DEL sagen zur 25. Saison eine spannende Spielzeit voraus. Der Meisterschaftskampf dürfte eng werden.
PATRICK EHELECHNER: Ja gut, das sagen wir jetzt auch schon in den letzten drei Jahren. Und am Schluss ist dann doch immer München Meister geworden. Ich hoffe natürlich, dass es spannend wird, aber der große Favorit ist – wie zuletzt auch – der EHC Red Bull, obwohl sie wichtige Spieler verloren haben. Zwar müssen die Neuen erst integriert werden, aber Trainer Don Jackson ist da ein Zauberer, er schafft es sehr schnell, Spielern sein System nahe zu bringen.

Das hieße, München würde Historisches schaffen und zum ersten Mal in der DEL-Geschichte vier Titel in Folge gewinnen. Befinden wir uns in einer Münchner Dynastie?
Das kann man schon sagen. Die Fakten sprechen klar für sich. Aber man darf nicht vergessen, wir hatten auch schon andere Dynastien, Mannheim Ende der 1990er Jahre, Berlin in den 2010er Jahren. Solche Phasen gibt es, momentan ist der EHC Red Bull das Maß aller Dinge. Aber das haben sie sich auch knallhart erarbeitet.

Ehelechner: "Don Jackson ist eine unglaubliche Persönlichkeit"

Bei den Berlinern stand in deren Glanzzeit Don Jackson an der Bande – so wie jetzt in München. Ist er der prägende Mann der DEL?
Definitiv. Er ist der Rekordtrainer, eine unglaubliche Persönlichkeit. Die Ruhe, die er ausstrahlt, ist fast schon unheimlich. Aber was soll man über ihn noch groß sagen... Für mich ist er einer der Besten aller Zeiten in Deutschland.

Wer schafft es denn, den Münchnern in dieser Saison gefährlich zu werden?
Da kommt ein Pool von Teams in Frage: Natürlich Berlin, Mannheim, Nürnberg und vielleicht auch Ingolstadt. In Mannheim wurde ein großer Cut vollzogen, dort lechzt man nach Erfolg. Aber dort herrscht nun auch ein enormer Druck.

Was die DEL auch auszeichnet, ist die Tatsache, dass es immer wieder zu Überraschungen kommt.
Das ist schon Tradition. Jedes Jahr gibt es eine positive als auch eine negative Sensation. Für mich wird interessant zu sehen sein, wie sich Straubing schlägt. Die haben 16 Neue, die musst du erstmal integrieren – eine echte Wundertüte. Bremerhaven kann man schon gar nicht mehr zu den Kleinen zählen. Die haben sich jedes Jahr für die Playoffs qualifiziert, die sind kein Underdog mehr.

Die Silbermedaille der deutschen Nationalmannschaft bei Olympia hat zuletzt für einen kleinen Eishockeyboom gesorgt. Kann man diesen noch in die neue Saison retten?
Ich hoffe es. Denn einerseits braucht Eishockey diese Euphorie, andererseits haben sich die Jungs das auch verdient. Aber nur, weil man einmal Silber gewonnen hat, läuft jetzt nicht alles von selbst. Jetzt sind alle gefragt: die Liga, die Verbände, die Klubs. Ich hoffe, dass alle an einem Strang ziehen, damit der Hype, den dieser Sport so braucht, auch erhalten bleibt. 

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