Ex-Partnerin fälscht Beweise München: Streit um Sorgerecht eskaliert

Wurde falsch verdächtigt: Karl K. (33) kämpft um seine Kinder. Foto: AZ/jot

Ein Pärchen soll mehrfach Beweise gefälscht haben, um den Vater dreier Kinder zu diskreditieren. Hintergrund ist ein Sorgerechtsstreit.

 

Maxvorstadt - Es ist ein extrem skurriler Fall, der am Dienstag am Amtsgericht in der Nymphenburger Straße verhandelt wurde. Hintergrund ist der Sorgerechtsstreit um drei Kinder (drei, fünf und sieben Jahre alt). Ihr Vater Karl K. (33) war wegen eines Einbruchs in ein Altenheim sowie eines versuchten Einbruchs in eine Pizzeria im Münchner Osten ins Visier der Polizei geraten.

Doch ein aufmerksamer Ermittler wurde misstrauisch, weil ihm die DNA-Spuren des Täters praktisch auf dem Silbertablett serviert wurden. Er sollte Recht behalten: Die Beweise gegen den 33-Jährigen waren gefälscht.

Falschaussagen und Beweisfälschung

Die Ex-Frau von Karl K. und ihr neuer Lebensgefährte müssen sich nun unter anderem wegen gemeinschaftlichen Anstiftung zur falschen Verdächtigung sowie gemeinschaftlicher unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln vor Gericht verantworten.

Die Angeklagten hatten laut Staatsanwaltschaft versucht, dem Mann Straftaten unterzuschieben. So wurde von einer Nachbarin bei der Polizei eine versuchte Vergewaltigung angezeigt. Die Frau hatte behauptet, "ein Mann mit Sturmhaube sei aus einem Gebüsch gesprungen, berichtete Staatsanwalt Daniel Meindl vor wenigen Monaten in einer Pressekonferenz der Anklagebehörde. Wenig später rief ein anonymer Mann bei der Polizei an und bezichtigte Karl K. der Tat.

Das Täter-Paar soll der Frau für deren Falschaussage 1.000 Euro versprochen haben. 500 Euro sollte ein Mann bekommen, der Karl K. überfällt, bewusstlos schlägt und dann ein Kokain-Gemisch in den Oberschenkel spritzt, um ihn als Junkie darzustellen – untauglich zur Erziehung von Kindern.

Kleidung und Zigaretten des Opfers auf Balkon gefunden

Schließlich durchsuchten Fahnder die Wohnung des Pärchens. Auf dem Balkon entdeckten sie eine Tüte mit Kleidungsstücken und Zigarettenkippen von Karl K., die das Paar offenbar aus dem Hausmüll des Opfers gefischt hatte.

Der Prozess wurde am Dienstag nach einem Rechtsgespräch bis Ende Januar ausgesetzt. Die Beteiligten hatten sich zunächst nicht auf ein Strafmaß einigen können.

 

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