Ex-EHCler O'Connor im Interview "Es war nicht meine Entscheidung"

Wiedersehen macht Freude: Sean O'Connor Foto: gepa

Im Dezember wurde Sean O'Connor beim EHC geschasst, am Sonntag (16.30 Uhr) kehrt er mit seinem neuen Klub Schwenniger Wild Wings nach München zurück. Das AZ-Interview.

 

AZ: Herr O’Connor, am Sonntag treten Sie mit Schwenningen beim EHC Red Bull an. Bei dem Verein, der Sie im Dezember unziemlich vor die Tür gesetzt hat. Da müssen doch Rachegefühle beim härtesten Spieler der DEL aufkommen...

SEAN O’CONNOR: Lassen Sie es mich so ausdrücken: Es gibt nichts Schöneres, nichts Geileres, als Freunde beim Eishockey zu besiegen. Und ich habe in München sehr viele Freunde. Was das Ganze so schön macht, ist die Tatsache, dass der Sieger es dem Verlierer bis zum nächsten Spiel so richtig reindrücken kann, dass man eimerweise Salz in die Wunde reiben kann. Wenn ich wählen darf zwischen einem Sieg über meinen ärgsten Feind und meinem besten Freund, dann will ich immer den Freund besiegen. Das eine ist einmalig ein großer Spaß, aber bei Freunden kann man da noch viel länger sticheln.

Was genau sind denn die Gründe, dass Sie in München die Koffer packen mussten? Es heißt, dass Sie und Trainer Pierre Pagé mehrfach vor versammelter Mannschaft aneinander geraten seien.

Ich kann Ihnen die Gründe schon nennen, aber danach müsste ich Sie leider töten. (lacht)

Sie haben bei der Vertragsauflösung eine Stillschweigevereinbarung unterschrieben?

Ich werde nur so viel sagen: Es war nicht meine Entscheidung, aber es ist vielleicht die beste Entscheidung für alle. Es war vielleicht nicht die perfekte Beziehung, keine Verbindung, die vom Himmel abgesegnet wurde.

Versuchen wir es doch mal anders: Beschreiben Sie mal kurz die Stadt München.

Klingt wie das übelste Klischee, aber wir fanden wirklich, dass München die schönste Stadt der Welt ist. Wir haben so viel erlebt, die Stadt überrascht immer wieder aufs Neue. Auf so vielen Ebenen. Kulturell, von der Unterhaltung her, das Freizeitangebot, die Menschen. Wie gesagt, es war nicht meine Entscheidung zu gehen.

Beschreiben Sie den EHC.

Das erste Wort, was mir einfällt, ist Talent. So eine Menge an Talent. Eine gute Organisation, Manager Christian Winkler hat so viel Gutes für micht getan, ich kann meinen Dank gar nicht in Worte fassen. Wenn der EHC sein Talent voll abrufen kann, wird es kein Team geben, das gegen München spielen will.

Ein paar Worte zu Trainer Pierre Pagé.

Es gibt sicher einige, die nichts Gutes über ihn zu sagen hätten. Ich sehe das anders. Er ist ein Mann voller Leidenschaft – und davor habe ich sehr viel Respekt. Ich bin auch sehr leidenschaftlich. Er glaubt an die Dinge, die er für richtig hält. Das finde ich grundsätzlich gut. Aber wie gesagt, meine Zunge ist vertraglich gebunden.

Es kommt auch zum Duell der Eisrüpel Sean O’Connor und Danny Bois vom EHC. Wer würde bei einem Kampf gewinnen?

Heh, das würde Danny auch gerade gefragt!

Wir bekennen uns schuldig.

(lacht) Sie sehen, wie gut wir uns verstehen, er hat mich gleich danach angerufen. Danny ist ein harter Hund, aber ich werde nie sagen, dass mich einer schlagen kann. Ich will immer die Nummer 1 sein. Normal würde ich sagen: das wird eine Schlacht. Aber wir wollen ja die Stimmung aufheizen, die Auflage der Zeitung ankurbeln. Also sage ich: Ich werde ihm dem Kopf abreißen, werde ihn auf dem Eis killen, ich mache Hackfleisch aus ihm! Das wird der Kampf King Kong gegen Godzilla!

Sean, wir sind immer noch beim Eishockey, nicht bei Ihrer Lieblingssportart Wrestling.

Ah, stimmt, dann sage ich einfach: Der Bessere möge gewinnen.

 

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