Ex-Bayern-Trainer AZ exklusiv: So plant Niko Kovac seine Zukunft

Hat Anfragen aus der Bundesliga: Ex-Bayerncoach Niko Kovac. Foto: GES/Augenklick

Nach AZ-Informationen will Hertha BSC Ex-Bayern-Trainer Kovac unbedingt verpflichten, doch der Kroate schielt auf einen europäischen Topklub. Hitzfeld kritisiert die Münchner Bosse.

 

München - In der Corona-Krise hält die Fußballszene zusammen, zeigt sich solidarisch wie selten zuvor. Besonders ein Projekt ragt dabei heraus: Die Initiative "We Kick Corona" der Bayern-Stars Leon Goretzka und Joshua Kimmich, die bereits Spenden in Höhe von mehr als 3,5 Millionen für karitative Einrichtungen gesammelt hat – und inzwischen auch von einem Trainer unterstützt wird: Niko Kovac. Der frühere Bayern-Coach hat sich der Aktion angeschlossen, um Menschen zu helfen, die besonders unter der Pandemie leiden. Ein starkes Signal in dieser komplizierten Zeit.

Kompliziert ist auch das Stichwort für Kovacs berufliche Situation. Der 48-Jährige, dessen Zeit beim FC Bayern im November 2019 nach einer Negativserie vorzeitig endete, möchte eigentlich im Sommer wieder eine Aufgabe als Cheftrainer übernehmen. Er brennt darauf, heißt es von Menschen, die ihn gut kennen. Doch weil niemand weiß, wann und ob die Saison in den europäischen Topligen zu Ende gespielt werden kann, befindet sich Kovac im Wartestand. An Anfragen mangelt es ihm freilich nicht.

Ex-Bayerntrainer Kovac hat zahlreiche Anfragen

Besonders Hertha BSC ist nach AZ-Informationen stark an Kovac interessiert und will ihn unbedingt als Coach zur kommenden Saison präsentieren. Hertha hat bereits offiziell mitgeteilt, dass Interimstrainer Alexander Nouri, der auf den erfolglosen Jürgen Klinsmann folgte, nach dieser Saison nicht mehr im Amt sein wird. Der Posten wäre also frei. Ersetzt Kovac dann Nouri?

"Niko ist ein Berliner Junge, deshalb glaube ich nicht, dass ein Engagement bei Hertha grundsätzlich ausgeschlossen ist", sagt Dieter Hoeneß, der langjährige Hertha-Manager, der AZ. In der Tat: Kovac wuchs im Berliner Stadtteil Wedding auf, er spielte selbst von 1991 bis 1996 sowie von 2003 bis 2006 für Hertha und pflegt nach wie vor gute Kontakte in die Hauptstadt. Mit dem Abschied von Klinsmann ist zudem eine wichtige Grundvoraussetzung für die Kovac-Seite erfüllt. Unter dem Ex-Trainer und -Aufsichtsrat hätte sich Kovac eine Rückkehr nach Berlin niemals vorstellen können.

Kovac bei Hertha BSC Kandidat

Konkrete Verhandlungen zwischen Hertha und Kovac gab es bislang allerdings nicht, weil der Coach zögert. Wie die AZ aus Kovacs Umfeld erfuhr, möchte der Kroate noch abwarten, ob Angebote von Spitzenklubs eingehen. Aufgrund der Corona-Krise herrscht auf dem europäischen Markt aktuell wenig Bewegung, Geduld ist gefragt. Es soll aber schon ein Verein der Größenordnung FC Arsenal oder Inter Mailand sein, Kovacs Ansprüche sind durch seine Erfolge bei Eintracht Frankfurt (Pokalsieg 2018) und Bayern (Double 2019) gestiegen. Der Kroate sieht sich selbst im obersten Trainerregal, seine Unterstützer sehen ihn da ebenso.

"Es wäre wünschenswert, wenn Niko Kovac wieder das Vertrauen bei einem Topklub bekommen würde", sagt Bayerns Trainerlegende Ottmar Hitzfeld der AZ: "Er ist für mich ein Leadertyp, schon als Spieler war er eine Persönlichkeit auf dem Platz. Er hat Verantwortung übernommen." Hitzfeld äußert sich durchaus kritisch über seinen Ex-Klub, bei dem Kovac intern einige Gegner hatte. "Ich habe es bedauert, dass Niko bei Bayern so wenig Vertrauen und keine größere Chance bekommen hat. Aber um die Details zu kennen, bin ich zu weit weg."

Kovac will Top-Job im Fußball

Für Hitzfeld steht fest, dass man Kovac wieder bei einer Topadresse sehen wird: "Er hat die Fach- und die Führungskompetenz, um eine große Mannschaft zu trainieren." Auch wenn es Spieler beim FC Bayern gibt, die das etwas kritischer sehen, dürfte Kovac bald einen Trainerjob übernehmen. Die Frage ist nur: Wird es Hertha – oder doch eine Nummer größer?

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading