Ex-Bayern-Stars im Tief Babbel und Fink: Gefallene Hitzfeld-Schüler

Die Ex-Bayern Markus Babbel in Hoffenheim und Thorsten Fink in Hamburg scheitern im Pokal – und verlieren nun auch in der Liga. „Wir sind selbst für diese Situation verantwortlich”

 

MÜNCHEN Ihre Karrierewege schienen so klar. Nach ihrer Gesellenzeit bei ein oder zwei Bundesligisten würde der Weg sie schon früher oder später zum FC Bayern führen. Zumindest einen von beiden.

Es ist noch nicht mal ein Jahr her, dass Bayern-Coach Jupp Heynckes Markus Babbel adelte, indem er ihn das Du anbot. Ungefähr zur gleichen Zeit wechselte Thorsten Fink als Hoffnungsträger vom FC Basel zum HSV. Zwei Ex-Bayern, einst als Spieler von Ottmar Hitzfeld geformt und in die Lehre gegangen, mischen die Liga auf. Das war die Voraussage.

Die Realität sieht freilich ernüchternder aus. Babbel und Fink stehen schon nach dem ersten Spieltag mit ihren Klubs enorm unter Druck. Nachdem beide mit ihren Mannschaften im Pokal mehr oder weniger peinliche Klatschen erlebten – Babbel und seine Hoffenheimer gingen 0:4 beim Viertligisten Berliner AK unter, der HSV und Fink verloren beim Drittligisten KSC mit 2:4 – ging nun auch der Bundesliga-Auftakt für beide gründlich in die Hosen.

Hoffenheim verlor nach einer eigentlich anständigen Partie mit 2:1 in Mönchengladbach. „Das Ergebnis ist enttäuschend, aber die Spielart war sehr gut”, sagte Babbel, der eine deutliche Steigerung gegenüber der Pokalklatsche erkannt haben wollte: „Wir haben aus dem Spiel heraus keine Torchance zugelassen. Für die Jungs tut es mir leid, dass wir mit leeren Händen dastehen. Sie haben sehr großen Aufwand betrieben”, sagte er. Dennoch bleibt unterm Strich ein enttäuschender Start für die Kraichgauer, die in dieser Saison endlich aus dem Mittelmaß der Liga herauskommen wollen – und sich unter anderem mit Keeper Tim Wiese, und den Stürmern Joselu, Eren Derdiyok und Ex-Löwe Kevin Volland dementsprechend verstärkt haben.

Beim HSV wären sie wohl schon froh über eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld. Doch nach Platz 15 im Vorjahr spricht momentan nicht viel dafür, dass es die Hamburger diese Spielzeit einfacher haben würden. Beim 0:1 gegen den Club präsentierte sich Finks Mannschaft wieder erschreckend ideen- und kraftlos. Und Fink, als großer Motivator in Hamburg angetreten, wirkt nur noch wie ein Schönredner, der sich schon in Durchhalteparolen zu üben scheint. „Die letzte Überzeugung fehlt. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft das Zeug hat, nicht im Abstiegskampf zu stecken”, sagte Fink.

Die Realität aber scheint derzeit eine andere. Was auch die Fans so sehen, die ihre Mannschaft gnadenlos auspfiffen. „Die Zuschauer zahlen viel Geld dafür, ins Stadion zu kommen. Sie dürfen pfeifen. Wenn man im Pokal rausfliegt und dann hier mit 0:1 gegen Nürnberg verliert, dann darf man auch mal sauer sein”, sagte er. Und weiter: „Die Kritik ist gerechtfertigt. Wir sind selbst für diese Situation verantwortlich. Wir haben es selbst in der Hand, für positive Schlagzeilen zu sorgen.” Besser wär’s für beide Trainer.

 

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